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Carlsen-Verleger Klaus Humann gründet neuen Verlag unterm Bonnier-Dach / Renate Herre übernimmt

Klaus Humann
Foto: Julia Zenk
Renate Herre

Eben war eine die Mitarbeiterversammlung bei Carlsen – die mit einem Paukenschlag begonnen hatte: Klaus Human (Foto l.), seit fast fünfzehn Jahren Verleger des zur Bonnier-Gruppe gehörenden Hamburger Verlages, wird spätestens Mitte kommenden Jahres unter dem Dach des Mutterkonzerns Bonnier einen neuen Verlag für Bilderbücher und Kinderbücher ins Leben zu rufen. Seine Nachfolgerin wird dann Renate Herre (Foto r.).

Die Lösung hat Hand und Fuß: Sie wird an der Seite von Joachim Kaufmann, seit 2006 kaufmännischer Geschäftsführer bei Carlsen, die verlegerische Verlagsleitung übernehmen – das ist auch aus Konzern-Sicht eine erfolgversprechende Lösung: Die beiden kennen sich bestens aus der gemeinsamen Zeit bei Ravensburger.

Denn: Bevor Renate Herre im Vorjahr in Münster bei den Verlagen Coppenrath und Hölker andockte [mehr…], war sie lange Geschäftsführerin des Ravensburger Buchverlages. Und Klaus Humann, Verleger des Jahres 2009, bekommt durch diese recht „frühe Nachfolge-Regelung“ nicht nur seinen Traum erfüllt, wieder inhaltlich tätig werden zu können – Bonniers Deutschland-Chef Hartmut Jedicke bindet dadurch nicht nur seinen Erfolgsverleger auch über die Altersgrenze von 65 hinaus an seine Gruppe, sondern hat damit auch die Chance zu weiterer Innovation.

Das Muster ist nicht neu: So wie Random House] (damals die Bertelsmann-Gruppe) einst in Dr. Albrecht Knaus und Dr. Karl H. Blessing profilierten Verlegerpersönlichkeiten die Chance gegeben hat, kann auch Humann jetzt ganz entspannt ohne sich selbst finanziell engagieren zu müssen, ein Programm so gestalten, wie er es machen würde und bei dem er keine Kompromisse machen muss – Überlegungen, einen kleineren Verlag zu kaufen, hat es wohl tatsächlich gegeben. Damit hat Jedicke zuletzt auch schon Tanja Graf zur Gründung ihres Graf-Verlag unter dem Bonnier-Dach verholfen [mehr…].

Klaus Humann hinterlässt ein gut bestelltes Haus. Mit den Harry Potter-Büchern landete er einen Coup, der den Hamburger Kinderbuch- und Comicverlag in kurzer Zeit in eine andere Liga katapultierte. Zusammen mit seinem Programmleiter-Team etablierte er ein kommerziell erfolgreiches und zugleich literarisch wie künstlerisch ambitioniertes Verlagsprofil, mit dem Carlsen sich zu einem der führenden deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchverlage entwickelte und Marktführer in den Bereichen Comic und Manga wurde.

Weniger fröhlich dürfte man in Münster sein: In Renate Herre, eine der besten und erfahrensten Kinderbuch“macherinnen“ hatte man sich eine Zukunftslösung erhofft und sich auch inzwischen bestens aneinender gewöhnt; laut Auskunft von Freunden (wir konnten sie noch nicht erreichen) falle ihr der Abschied aus Münster mehr als schwer. Sie hatte sich zudem gerade erst ein Haus gekauft – nur hat sie nie ein Hehl daraus gemacht, dass ihr eigentlicher Traumjob immer Carlsen gewesen sei; es heißt, „bei diesem Angebot“ habe sie nicht nein sagen können. Was ihr derzeitiger Verleger Wolfgang Hölker sichtlich bedauert. Eben kommt sein Statement dazu über den Ticker, das alles klärt, was derzeit nur zu sagen ist: „Zu meinem großen Bedauern möchte Frau Renate Herre den Coppenrath Verlag kurzfristig verlassen, um sich beruflich zu verändern. Wir haben Frau Herre in den letzten 20 Monaten schätzen gelernt und mit ihr das Kinder- und Jugendbuchprogramm erweitert… Bis zu ihrem Weggang werden wir unsere gute und erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen“. Wann das ist, das steht noch nicht fest.

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