
Ab heute, Nikolaustag, bis zum 6. Januar (Heilige Drei Könige) fragen wir in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Heute beantwortet Börsenvereins-Justiziar Dr. phil. Christian Sprang unseren „anderen Fragebogen.“
1
Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?
Zum Glück hatte ich zu viele schöne Tage, um einen schönsten haben zu können – aber um zwei herauszugreifen: mit der Familie im Urlaub auf dem Grünen Hügel in „Parsifal“ und „Tristan“.
2
Worüber haben Sie sich 2011 am meisten geärgert?
Beruflich ärgere ich mich notorisch über Menschen, die vom Sinn des Urheberrechts und von den Leistungen von Verlagen nichts verstehen, sich aber trotzdem gerade darüber lautstark äußern.
3
Was war 2011 Ihr schönster Erfolg?
Begeistert bin ich, dass es uns 2011 gelungen ist, dank der Hilfe vieler engagierter und qualifizierter Kolleginnen und Kollegen das Projekt MVB RightsLink noch besser an den Start zu bringen, als ich es mir erträumt hatte (und beim Erträumen bin ich nicht zurückhaltend!).
4
Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
…dass es Millionen von Urheberrechtsverletzungen im Netz gibt, die sich ohne Eingriffe in Daten- oder Verbraucherschutz effizient bekämpfen ließen, aber wir die Bundesregierung immer noch nicht bewegen konnten, endlich etwas gegen die Internetpiraterie zu tun.
5
Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?
Als Justiziar liebe ich ALLE Mitgliedsunternehmen des Börsenvereins, als Autor habe ich mich einmal mehr über den erfolgreichen Einsatz vieler Buchhändlerinnen und Buchhändler und nicht zuletzt des ganzen kiwi-Teams für unsere Bücher „Aus die Maus“ und „Wir sind unfassbar“ (und die daraus resultierende Tantiemenabrechnung!) gefreut.
6
Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Auf das ewige Gerede von den angeblich fehlenden bzw. veralteten digitalen Geschäftsmodellen von Verlagen und anderen Verwertungspartnern von Kreativen würde ich 2012 gerne verzichten.
7
Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Wie denn ein neues Geschäftsmodell für die Vermarktung literarischer und wissenschaftlicher Leistungen aussehen soll, das besser funktioniert und unserer Gesellschaft mehr Nutzen stiften kann als das jetzige Urheberrechtssystem. (Mir fällt keines ein!)
8
Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?
Zu viele Sachen selbst zu machen statt sie zu delegieren.
9
Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Na, welchen schon? Natürlich den eben genannten…
10
Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?
Wenn ich an den mit Tantiemenknete neu angelegten kleinen Garten vor unserem Haus denke: siehe Frage 5!
11
Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?
Da lasse ich mich überraschen.
12
Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Von Wulf-Dietrich von Lucius
13
Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Wann kommt denn nun endlich Ihr drittes und wohl letztes Todesanzeigenbüchlein und wie wird es?
14
Hier können Sie die auch beantworten:
Im Herbst 2013 – und wenn die Leserinnen und Leser unserer Bücher uns weiter so unglaubliche Anzeigen schicken, wird es mindestens so gut wie die ersten beiden Bände!
Morgen antwortet Peter Kraus vom Cleff. Alle Antworten von 2010 finden Sie auf [mehr…] .