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Dr. Johannes Hans A. Nikel über seine Wiedergeburt als Verleger und Autor

Dr. Johannes Hans A. Nikel ist als Verleger des früheren Verlages Bärmeier & Nikel und als Gründer der legendären Satire-Zeitschrift Pardon in der Buchbranche unvergessen. Heute arbeitet er als Bildhauer (siehe „Klatsch & Tratsch“ in BuchMarkt Heft 11/2011) – und kann vom Verlegen doch nicht lassen.

Das war Anlass für unser Sonntagsgespräch:

Herr Nikel, Sie haben sich jetzt ziemlich überraschend mit zwei Büchern nach Lieblingsideen wieder gemeldet. Ich dachte, Sie sind inzwischen Bildhauer geworden? Warum können Sie das Büchermachen nicht lassen?

Hans A. Nikel und seine Bücher

Hans A. Nikel: Richtig, ich wollte vieles beiseite lassen und mich neu strukturieren. Nach aufregend vielen B&N-Büchern und 18 fleißigen Jahren als Herausgeber von PARDON hatte ich das Magazin verkauft und den Verlag umbenannt in B&N Bücher & Nachrichten. Tatsächlich habe ich ihm eine ganz kleine Schublade in meinem Schreibtisch eingeräumt.

Und aus dieser Schublade heraus bringen Sie nun doch wieder zwei Bücher auf den Markt?

Na ja, es meldete sich so ein Prickeln im Blut, wie ich es von früher her gut kannte: Es wollten wieder zwei Bücher geboren werden. Die Ideen waren einfach so verführerisch originell, die konnte ich nicht für mich behalten. Mir gings etwa um die Münchhausen-Idee „Der Wahrheit die Ehre – Das Neueste von Münchhausen“.

Die Legende sagt, Sie haben das Buch in Rom, vergraben unter einer Venussäule, entdeckt und ausgegraben…

Um genau zu sein: Das hat für mich der geniale Schreiber und Zeichner Stano Kochan besorgt. Er lebt näher bei Rom als ich. Ich hab ihm nur den Spezial – Spaten zum Ausgraben besorgt.

Wenn man die tollkühnen Geschichten liest, so ist man erstaunt über den Witz und Ideereichtum dieses Lügenbarons „Münchhausen“, oder hat es den in Wahrheit nie gegeben?

Lesen Sie das spannende Nachwort. Was da an Unbekanntem und für manche Buchliebhaber Unglaublichem ans Licht kommt. Damit Sie es finden: Hier die ISBN-Nummer (ISBN 9783-7619-0098-7).

Mich erinnert das Buch an Ihre alte Spielfreude mit der B&N-Produktion. Die Zeichnungen dürften bald „Münchhausen-klassisch“ sein.

Sie haben gemerkt, dass es kein Kinderbuch ist, mit Freude aber durchaus von Jugendlichen gelesen werden könnte.

Aber Sie haben gleichzeitig ein weiteres Buch gestartet…

Kenne ich mich, wenn mich die Begeisterung packt? Da hatte dieser Kochan mir doch eine fabelhafte Sammlung seiner Bilder vorenthalten: „Hunde, ihr sollt ewig leben“ (ISBN 9783-7619-0097-0)!“ Üppige farbige Zeichnungen und Texte von über 50 Hunderassen, deren jeweilige Vertreter ihre geheimen Fähigkeiten und Möglichkeiten offenlegen. Ich habe die Blätter, die mich begeisterten, auch Dieter Hildebrandt (ja dem!) gezeigt, der selbst zwei Hunde hat. Er war ebenso begeistert und hat einen wunderbaren Text dazu geschrieben.

Was sind Sie? Bildhauer? Verleger? Autor? Ich weiß, Sie haben selbst zwei Bücher geschrieben.

Tango:
Nikels Texte zu
seinen Bildwerken

Sie meinen etwa „Willst Du mit mir Tango tanzen“ (Ludwig-Verlag, Kiel, ISBN 9783-869-350-370)?“ Das sind Texte von mir zu Bildwerken von mir. Ich bin ziemlich stolz darauf. Peter Härtling hat dazu gesagt : „Hier spinnt einer; wunderbar und für manche ganz unbegreiflich, was Nikel, der Schöpfer dieser Dinge hat: eine Phantasie, die sich nicht erschüttern lässt – und in unserem eigenen Kopf beginnt ein Erzählprozess.“ Na, ein solches Lob! Und einen solchen Erzählprozess darf man doch nicht aufhalten wollen?

Und das zweite Buch?

Ach ja, es gibt noch eine zweite Schublade in meinem Schreibtisch. Eines Tages spürte ich: ich hatte in der Zwischenzeit das frühere Engagement meiner Studentenzeit vernachlässigt. Damals „prickelte es mich“ bei den Erkenntnissen von Meister Eckhardt, weil ich deren Nähe zu den heutigen Erkenntnissen der Quantenphysik spürte – was zwei extreme Gegensätze waren. Ich hatte damals schon fast den Doktortitel geschafft. (Ohne Anleihen!) Doch packten mich der Alltag, meine Liebe zu Büchern und zu so manchen politischen Notwendigkeiten – ich musste außerhalb der Wissenschaft aktiv werden und wurde es ja auch. Die alte Liebe blieb und ich wollte es jetzt nochmal genau wissen, wie es seitdem auf wissenschaftlichem Gebiet weiter ging. Meine Folgerungen in meinem

Nikel mit seinem Freund, dem alternativen
Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr

Buch „Die Mystik der Physik“ (ISBN 9783-869-350-233) findet der Heisenberg-Nachfolger, Professor Hans-Peter Dürr (inzwischen mein Duzfreund), „für ein solch anspruchsvolles Buch nicht nur ungewöhnlich gut lesbar, sondern auch frappierend zutreffend, genau und aktuell“. Er meint, es könnte ein Standardwerk werden.

Das meint der Alternative Nobelpreisträger und Mitglied im Club of Rome?

Ja, das ist er, und dass er das sagt, macht mich natürlich sehr froh.

Jetzt müssen noch die Buchhändler Ihre Bücher führen…

Können sie doch. Ich mache es ihnen leicht, – hier im Gespräch habe ich die ISBN-Nummern genannt. Was könnte sie also noch hindern? Alle diese Titel lassen sich doch verkaufen! Sogar gut! Könnten Sie daran zweifeln?

Durch Klick auf die Fotos zu Nikels Webseite. Die Fragen stellte Christian von Zittwitz.

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