Der neue Trend heißt „Yarn Bombing“: Auf der Formland in Herning (Dänemark), gerade zu Ende gegangen, war es das bestrickende Thema, das sich durch alle Hallen zog und bei vielen Ständen als Produkte wiederfand: „Yarn Bombing“ meint Street Art, bei der Gestricktes als Kunstmittel im öffentlichen Raum eingesetzt wird.
Strick “all over“ gilt jetzt also nicht nur in der Mode, sondern vom Türgriff bis zum Einkaufswagen, vom Fahrrad bis zur Mülltonne: Farbige Wolle setzt bunte Akzente im grauen Alltag und zaubert ein Lächeln auf die Gesichter der Passanten. Auf der Formland in Herning (Dänemark) war einfach alles bestrickend.
Die „Formland“, als Leitmesse der nordischen Länder, steckt voller Ideen, und ist gerade

aus diesem Blickwinkel immer wieder mal einen Besuch wert. Viele kleine skandinavische Firmen stellen nur hier aus, und sichern beim Einkauf ein Alleinstellungsmerkmal im Sortiment.
Bei der Suche nach Trends für die kommende Saison zeigt sich: Das Frühjahr wird bei vielen Ständen „BUNT“: Von pudrigen Pastelltönen bis zu kräftigen Farbkombinationen in Türkis, Pink, Gelb, viele Blautöne und Orange.
Die Optik ist vielfältig. Verspielte Blumenvariationen werden mit graphischen Designs gemischt, vieles steht im Zeichen des Vintage-Look. Eulen und Matrioschkas als Motiv gab es in vielen Variationen und Materialien, vom Kissenbezug bis zur Geldbörse, bei vielen Messeständen zu sehen.
Weitere Themenwelten für den Einkauf sind Organic und Urbanität. Bekannte Dinge werden unerwartet miteinander verknüpft und spiegeln die Lebenswelt „Urban Living“ wieder. Dinge des täglichen Gebrauchs bekommen durch pfiffiges Design eine neue Bedeutung. Kabelbinder formen sich zu einem Lampenschirm, ein Plastikeimer wird mit Korbgeflecht zum Designstück. Altes landet nicht im Mülleimer sondern bekommt eine neue Sichtweise und wird durch „Ab-sicling“ zum Designobjet. Aus Autoreifen und Kunststoffsäcken werden Stadtgärten, aus Plastikflaschen ein hängender Garten für den Balkon oder ein stylischer Lampenschirm.
Doch nicht nur in Produkten wird auf der „Formland“ gedacht, die Messe denkt auch an die Besucher und Einkäufer aus den Geschäften. Kreative Ideen gibt es allerorts. Die Trendshows zeigen kreative Lösungsansätze auf die Frage: Wie gestalte ich mein Geschäft mit einfachen Mitteln attraktiv? Denn der Kunde denkt nicht in Herstellern und Waren er sucht den Mehrwert. Nicht der USP des Geschäftes steht im Vordergrund, sondern die Emotion des Geschäftes. Ausdruck findet dies in der Frage: Welche persönliche Motivation treibt den Kunden in ein Geschäft und welche Emotion kann ihm das Geschäft bieten, um ihn zufriedenzustellen? Also nicht das „Einerlei“ vieler Geschäfte, und der häufig unpersönliche Ladenbau, sondern die zielgruppenorientierte Gestaltung holt den Käufer vom Internet weg, in eine alle Sinne ansprechende Ladenatmosphäre. Vergessen Sie den PoS, vergessen Sie den PoP, jetzt zählt der PoE – der Point of Emotion.
Selbst die Pausen gestalten sich auf der Formland als inspirierender Zwischenstopp. Man hat die Wahl sich gemütlich auf „bestrickten“ Feldbetten auszuruhen oder im „Ethnochic “ Restaurant bei Hühnerspießchen zu verschnaufen.
Insgesamt ist der Eindruck von der Formland ein Auftanken für den geschäftlichen Alltag und ein Einstieg, in einen optimalen Einkauf, im weiteren Messereigen in Paris, Frankfurt und Mailand.
Sabine Gauditz
www.arte-perfectum.de