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Deutscher Hörbuchpreis 2012: Kinderjury kürt „Die Füchse von Andorra“ zur besten Audioproduktion des Jahres

Sieben Kinder zwischen 8 und 14 Jahren, zusammengestellt vom Magazin „ZEIT LEO“ als neu gegründete Kinderjury des Deutschen Hörbuchpreises, berieten Ende Januar über das beste Kinderhörbuch des vergangenen Jahres. Überraschungssieger wurde „Die Füchse von Andorra“, ein Hörspiel des DAV.

Die Kinderjury: Nick, Lotte, Leon, Philipp, Mathilde, Carl und Charlotte

Nach einem zähen Ringen mussten sich die ebenfalls Nominierten „Krabat“ (Otfried Preußler / Der Audio Verlag) und „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ (Andreas Steinhöfel / Silberfisch) dem Hörspiel „Die Füchse von Andorra“ geschlagen geben – produziert vom WDR und erschienen bei Der Audio Verlag.

Das Hörspiel nach einem Roman von Marjaleena Lembcke handelt von der zehnjährigen Sophie, die in einer Großfamilie lebt und sich nach einer Freundschaft mit Alice sehnt, einem Einzelkind und Spross aus reichem Hause – doch sie scheint Sophie nicht zu beachten. Alice‘ Leben scheint ganz anders zu sein als das von Sophie, und doch eint sie ein Schicksal: Sophies Mutter und Alice‘ Vater leiden unter Depressionen, müssen dagegen sogar im Krankenhaus behandelt werden. Nach einigen Missverständnissen nähern sich die beiden Mädchen einander an.

Schon die Nominierungsjury war von der Produktion begeistert: „Das Hörspiel versteht es, ein schwieriges Thema behutsam für Kinder und Jugendliche aufzubereiten. Von Anfang an nimmt die ebenso glaubwürdig wie undidaktisch erzählte Geschichte junge und auch erwachsene Zuhörer gefangen. Trotz aller Düsternis schafft sie es in bewundernswerter Weise, Zuversicht zu verströmen und Mut zu machen.“

„Wer hätte gedacht, dass sich die nachdenklichen ‚Füchse‘ gegen literarische Schwergewichte wie ‚Krabat‘ und ‚Rico‘ durchsetzen würden?“, meinte fast sprachlos vor Freude Kristin Avemark, DAV-Programmleiterin für den Bereich Kinder- und Jugendbuch. „Unser Dank geht an die großartige Kinderjury, die dieses Hörbuch, das sich mit weit mehr als elterlicher Depression beschäftigt, ausgezeichnet hat. Denn eigentlich stehen Themen wie Freundschaft und Familie im Vordergrund, und es macht uns glücklich, dass diese pralle und aus dem Leben gegriffene Mischung bei der Kinderjury solchen Anklang gefunden hat. Es macht ihn zu einem ganz besonderen Preis!“

Auch die Autorin des Buches, die die inhaltliche Steilvorlage für die Hörspielproduktion lieferte, meldete sich zu Wort: „Ich freue mich, die Urheberin der Geschichte zu sein, aus der dieses schöne, liebevoll verwirklichte Hörspiel entstanden ist“, schwärmt Marjaleena Lembcke und listet auf, was ihr besonders gefallen hat: „Die Konzentration auf das Wesentliche und die klug aus dem vorhandenen Text ausgesuchten oder auch neu erfundenen Dialoge, ebenso die Stimmen der Familienmitglieder, wobei der Vater mit meiner stimmlichen Vorstellung von ihm fast identisch ist, dazu die sympathische Erzählerin und vor allem auch die Kinderstimmen. Zwischendurch hatte man wirklich das Gefühl, an einer Familiendiskussion teilzunehmen – authentisch und glaubhaft.“

Groß gefeiert wird der Gewinner der Kinderhörbuch-Kategorie – wie auch die Gewinner der sechs „erwachsenen“ Kategorien – am 14. März im WDR-Funkhaus am Kölner Wallrafplatz.

Die Hörbuch-Gala ist Eröffnungsveranstaltung des Literaturfestes lit.COLOGNE und wird bundesweit übertragen – im Radio (live ab 20.05 Uhr auf WDR 5, hr2-kultur und NDR Kultur) und als Aufzeichnung im Fernsehen (in 3sat am 17. März, 0.30 Uhr).

rw

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