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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und die Neuerfindung des Abenteuerromans durch Christian Kracht

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch. Und wenn Sie eine spannende Rezension anderswo finden: Schicken Sie uns schnell eine Mail?

Frankfurter Rundschau

„Der ganze Schrecken“: Interview mit Historiker Timothy Snyder über seine Rekonstruktion der Vernichtungspolitik Stalins und Hitlers und über die Frage nach der Singularität des Holocaust. Snyder erhält (gemeinsam mit Ian Kershaw im März den Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung.
Timothy Snyder, Bloodlands (C. H. Beck)

„Alle kommen nach Arkadien“: Benjamin Stein entwirt ein „unangenehm plausibles Science-Fiction-Szenario“ mittels erzählerischer „Anpirschtechniken inklusive Rückblenden, Manipulationen, Täuschungen“.
Benjamin Stein, Replay (C. H. Beck)

Am Freitag wurde die Bewerbungsrunde für den Literaturpreis Ruhr 2012 gestartet. Bis zum 30. Juni werden Bewerbungen (u.a. für den mit 10.000€ dotierten Hauptpreis) vom Literaturbüro-Ruhr entgegengenommen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Ein kultischer Verehrer von Kokosnuss und Sonnenschein“: Christian Kracht schafft mit Imperium für den Abenteuerroman, was Daniel Kehlmann mit der Vermessung der Welt für den historischen Romans gelang: Eine Neuerfindung des Genres dank Sprache, Stil und höherer Ironie.
Christian Kracht, Imperium (KiWi)

„Fenster ohne Aussicht“: Ein beklemmendes Kammerstück über einen „Hikikomori“, wie in Japan Menschen genannt werden, die sich weigern aus dem Haus der Eltern auszuziehen und nicht ins Arbeitsleben eintreten – ein isoliertes Leben. Flašar zeigt Talent für Sprache und Mut zu bewegten Bildern.
Milena Michiko, Ich nannte ihn Krawatte (Wagenbach)

„Es liegt nicht in unserer Hand“: Christoph Schmitz lässt dem Erzähl- und Erinnerunsstrom eines Krebspatienten im Sterbebett freien Lauf. Eine sensible, stille Aufzeichnung, die ohne Pathos, Selbstmitleid oder therapeutisches Sendungsbewusstsein.
Christoph Schmitz, Das Wiesenhaus (Suhrkamp)

Kinder- und Jugendbücher
„Liebe in den Zeiten der Lieblosigkeit“: Martin Grzimek macht aus dem mittelalterlichen Tristan-Stoff einen spannenden Jugendroman und erzählt dabei weitläufig, mit Freude am Detail, verschwenderisch von allem, was man für einen gelungenen Spannungsbogen braucht.
Martin Grzimek, Tristan. Roman um Treue, Liebe und Verrat (Hanser)

„Dackel im Salzmantel“: Ein zauberhaftes Beispiel dafür, wie dezente, aber raffinierte Phantastik im Deutschen dem immer noch vorherrschenden herablassenden Niedlichkeitssound entgehen kann.
Kirsten Reinhardt, Fennymores Reise (Carlsen)

Bilder und Zeiten
„Von lebenden Nasen und toten Seelen“: Michail Schischkin über „das größte Missverständnis der russischen Literatur“: Nikolai Wassiljewitsch Gogol gilt in seiner Heimat als Humorist, war aber der große Verzweifelte unter den Schriftstellern.

„In einem Schlüsseljahr“: Eine Brieffreundschaft zwischen einem siebzehnjährigen Mädchen und dem zehn Jahre älteren Schriftsteller Uwe Johnson.

Die Welt

Die Titel aus der „Literarischen Welt“: [mehr…]

Süddeutsche Zeitung

„Unter Verlierern“: Die Zeitschrift für Ideengeschichte (Heft VI,1 „Der Besiegte“, C. H. Beck) über Reinhart Koselleck.

„Adoption als Erlösung“: Zeruya Shalevs Roman „will gerechter sein, vielstimmiger und versöhnlicher“ als ihre bisherigen Bücher – und wirkt dabei doch „merkwürdig hilflos“.
Zeruya Shalev, Für den Rest meines Lebens (Berlin)

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