
Die Ausstellung Buchkunst total/Sammlung total, die am 7. März eröffnet wird, ist die erste Präsentation des gesamten Buchbestands aus dem Depot des Museums für Angewandte Kunst Frankfurt.
Über 3000 Bücher hat das Museum im Bestand. Bereits vor zwei Jahren wurde über eine neue Konzeption nachgedacht, wie die Schätze öffentlich zumindest zeitweilig zugänglich gemacht werden können. Nun ist eine Studioausstellung entstanden, die sich gleichzeitig als Experiment versteht.
Erstmals können sich die Besucher dabei einen Überblick zum Thema Buch verschaffen. Gezeigt werden Werke vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart, von 50 kostbaren Inkunabeln bis zu Künstlerbüchern werden dabei die Vielfalt des Buches, seine Entwicklung und die Ausdrucksmöglichkeiten der Buchgestaltung sichtbar. Ein Raum beherbergt dabei die Schätze aus vergangenen Jahrhunderten, die in Vitrinen ausgestellt sind. Ein zweiter Raum zeigt gegenwärtige Buchkunst – an langen Tischen sind die Bücher ausgelegt, wenn man sich die bereit stehenden blauen Handschuhe überstreift, darf man in diesen Büchern sogar selbst blättern.
Die Exposition, gestaltet mit Hilfe von Studentinnen und Studenten aus Frankfurt, Heidelberg und Mainz, wird wöchentlich verändert: Jeden Dienstag wird umgeblättert. Dabei werden in den kostbaren Büchern in den Vitrinen immer andere Seiten aufgeschlagen – die Besucher können dabei der Kuratorin Dr. Eva Linhart, die seit zehn Jahren die Abteilung Buchkunst und Graphik im Museum für Angewandte Kunst leitet, und ihrem Team zwischen 14 Uhr und 16 Uhr über die Schultern schauen.
Ein Rahmenprogramm, das sich mit einzelnen Themen wie Künstlerverlage, Künstlerbücher, Sammlungsgeschichte, Ornamente, Stundenbücher, Inkunabeln, Buchmalerei und Restauration beschäftigt, ergänzt die Ausstellung.
Verschiedene Symposien, die am 27. und 28. April sowie am 20. Mai in Zusammenarbeit mit Dr. Eva-Maria Hanebutt-Benz, ehemalige Direktorin des Gutenberg Museums Mainz, und Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums Offenbach, stattfinden, gehören ebenfalls zum Ausstellungsrahmen.
Die Exposition, die nicht nur erstaunliche Kostbarkeiten aus vergangenen Jahrhunderten zeigt, enthält auch Buchkunst der Gegenwart, die durchaus noch käuflich erworben werden kann – in den oder über die Buchhandlungen.
Die nicht nur für Bibliophile interessante Ausstellung ist bis zum 27. Mai 2012 zu sehen. Schade, dass in entsprechenden Katalogen und Informationen nur vor Ort geblättert werden kann.
JF







