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SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf zum Ausgang des Referendums gegen die Preisbindung

Dani Landolf
Foto SBVV

Seit Jahren ist es seine Hauptbeschäftigung: SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf kämpft gegen den erbitterten Widerstand von branchenfernen Großhändlern für die Wiedereinführung der Preisbindung in der Schweiz.
Heute nun ist qua Volksentscheid geklärt: In der Schweiz wird die Preisbindung nicht wieder eingeführt, die Lobby der Gegner war so groß, daß sich die Buchbranche nicht durchsetzen konnte.

An unserem Daumendrücken kann es nicht gelegen haben – aber wenn die Wirtschaftslobby zu stark ist, kann man nicht gewinnen. War es in Sachen Preisbindung für Sie ein Zittern bis zur letzten Minute?

Dani Landolf: Nun, die letzten Umfragen haben ja bereits gezeigt, dass der Trend eher gegen uns lief. Wir haben trotzdem bis zum Schluss um jede Stimme gekämpft und die Hoffnung nicht aufgegeben. Aber nach den ersten Hochrechnungen am Sonntag war klar, dass es leider nicht reichen würde.

Wie wurden Sie von Branchenkollegen bei Ihrer Aktion „Ja zum Buch“ unterstützt?

Sehr, sehr gut – auch wenn wir die Abstimmung verloren haben. Es war eindrücklich zu sehen, wie die Branche in den letzten Wochen und Monaten zusammengestanden ist. Autoren, Verlage, Buchhändler – mit ganz wenigen Ausnahmen haben alle mitgemacht. Ich habe viele Rückmeldungen aus der Branche bekommen, die gesagt haben, so etwas hätten sie noch nie erlebt. Und diese große Solidarität wird uns auch helfen, diese Niederlage zu überwinden und weiter für das Buch zu kämpfen.

Das war es also mit der Preisbindung für die Schweiz. Welche Folgen wird das für die Branche in nächster Zeit haben, und wie kann der SBVV darauf Einfluss nehmen?

Nun, kurzfristig ändert sich nichts an der Situation: Wir haben ja seit 2007 in der Schweiz keine Preisbindung mehr. Doch der Markt wird zweifellos auf das definitive Aus der Preisbindung reagieren, der Druck auf die gesamte Buchhandelskette noch stärker werden. Darüber, wie konkret sich dies auf einzelne Marktteilnehmer auswirkt, möchte ich im Moment nicht öffentlich spekulieren.
Als Verband sind wir gefordert, uns nun auf andern Wegen für gute Rahmenbedingungen einzusetzen. Die Preisbindungs-Gegner haben ja ständig von besseren Förderinstrumenten gesprochen; es ist an uns zu schauen, dass das nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben. Aber ich möchte jetzt auf keinen Fall das Thema Preisbindung weiter bemühen. Natürlich hätten wir uns einen andern Ausgang der Debatte gewünscht. Aber gut ist, dass wir endlich eine Entscheidung haben, den Kopf frei und Ressourcen für Neues. Wir haben mit dem digitalen Strukturwandel, den Währungsunterschieden und Urheberrecht genug Themen, die uns als Branche beschäftigen.

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