Mit dem Mai 2012 ist die Jury der KrimiZEIT-Bestenliste gewachsen: Neu hinzugekommen sind Thekla Dannenberg, die seit drei Jahren die Krimikolumne „Mord und Ratschlag“ bei perlentaucher.de schreibt, und Gunter Blank, der die Krimikolumne in der Zürcher Sonntagszeitung nach dem Tod des Jurymitglieds Sven Boedecker übernommen hat.
Damit sind es jetzt achtzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die monatlich die zehn Krimis auswählen. Auf der KrimiZEIT-Bestenliste Mai 2012 finden Sie heute vier neue Titel:
An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste Mai 2012 steht neu „Die Nacht des Zorns“ von Fred Vargas. Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste sind:
Auf Platz 5: „High Life“ von Matthew Stokoe,; auf Platz 7 „Die Sprache des Feuers“ von Don Winslow, auf Platz 8: „Das eiserne Haus“ von John Hart und auf Platz 10 „Tödliche Geschenke“ von Carol O’Connell. Zum dritten Mal wurden Donald Ray Pollock: „Das Handwerk des Teufels“, Oliver Harris: „London Killing“ und Fred Vargas: „Die Nacht des Zorns“ auf die KrimiZEIT-Bestenliste gewählt.
Hier die komplette Mai – Liste heute in der ZEIT:
1. Fred Vargas: Die Nacht des Zorns
Aufbau
Paris/Normandie. In Ordebec wurde „Die Wilde Jagd“ gesehen. In der Horde: vier Männer aus dem Dorf. Todgeweiht? Kommissar Adamsberg, genervt vom Mord an einem Finanzmagnaten, folgt fasziniert normannischen Mythen, Ängsten, Intrigen. Nach drei Jahren Abstinenz: der neue Polar Poétique von Vargas.
2. Oliver Harris: London Killing
Blessing
London Hampstead. Als Detective Belsey das Haus eines russischen Oligarchen leer findet, ergreift er die Chance, sein beschissenes Leben zu ändern. Er übernimmt Auto, Haus und Kreditkarte. Und die Feinde des Milliardärs. Rasantes Debüt. Oliver Harris gewinnt dem British Noir unverfrorene Heiterkeit ab.
3. Oliver Bottini: Der kalte Traum
Dumont,
Rottweil/Berlin/Kroatien. 15 Jahre, nachdem Thomas Ćavar in Bosnien gefallen ist, wird er gesucht. Vom kroatischen Geheimdienst, von der deutschen Polizei und einer Journalistin. Thomas, aufgewachsen in Rottweil, wollte 1995 die kroatische Heimat retten. Kluger, starker politischer Roman. Nah an den Tatsachen: Kriegsverbrechen und Folgen.
4. Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels
Liebeskind
Meade, Ohio/Coal Creek, West Virginia. Mit 10 hungert und betet Arvin Russell gegen das Sterben seiner Mutter an. Mit 18 hat er vier Menschen erschossen. Dann haben ein Vergewaltiger, zwei Serienmörder, ein mörderischer Sheriff und ein Prediger-Paar seinen Weg gekreuzt. Wüstes, grandioses Romandebüt.
5. Matthew Stokoe: High Life
Arche
Los Angeles. Jack will ein vollkommenes Geschöpf werden, einer wie Brad Pitt. Der Mord an seiner Frau Karen wird zum Start seiner Karriere. Vorgeblich auf der Suche nach dem Mörder, partizipiert Jack als Stricher, Lover, Killer voll am High Life: Snuff und Brutal-Sex inklusive. Nicht so raffiniert wie American Psycho, aber bös.
6. Bernhard Jaumann: Steinland
Kindler
Windhoek/Karibib. Auf Steinland wurde der Farmer erschossen, der Sohn entführt. Chief Inspector Clemencia Garises in der Klemme: Unter den Gangstern aus der Township war ihr Bruder. Im Hintergrund der Klassenkampf um Landbesitz. Ein brisanter Fall: Wird Namibia ein zweites Simbabwe?
7. Don Winslow: Die Sprache des Feuers
Suhrkamp, 419 S., 14,99 €
Dana Point 1997. Brandschadenregulierer Jack Wade weiß, dass Immobilienhai Nick Vale seine Frau Pamela verbrannt hat. Er muss es nur beweisen. Auf dem Spiel steht der letzte unberührte Strand im Süden. Harter Fight zwischen dem alten Kalifornien und der Gier-und-Gang-Moderne. Bravourös.
8. John Hart: Das eiserne Haus
C. Bertelsmann
New York/North Carolina. Drei Findelkinder. Zart: Julian, stark: Michael, gerissen: Abigail. Schicksale, verknüpft mit dem eisernen Waisenhaus. Erneut verknotet, als Michael, erwachsen, nicht mehr morden will. Der Killer hat die Liebe gefunden, tötet die Bösen und trabt in den Sonnenuntergang.
9. Andrea Maria Schenkel: Finsterau
Hoffmann und Campe
Finsterau, Oberpfalz, 1947. Afras Aufbruch ist gescheitert. Mit einem Kind von einem französischen Zwangsarbeiter musste sie zurück zu den Eltern. Ihr Vater wird verhaftet, als man Mutter und Kind erschlagen findet. Gewalt, Armut, Nachkriegszeit. In Ton und Handlung Anklänge an Tannöd, Schenkels großen Erfolg.
10. Carol O’Connell: Tödliche Geschenke
Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann
btb
Coventry, nördliches Kalifornien. 20 Jahre nach dem Verschwinden seines Bruders Josh, der schon als Kind ein begnadeter Fotograf war, kehrt Militärpolizist Oren zurück ins Heimatstädtchen. Auf Vaters Terrasse liegen Joshs Knochen. Oren puzzelt unter schrägen Vögeln. Crazy Sweet California.
Die Jury ist seit diesem Monat neu zusammengesetzt:
Tobias Gohlis, Kolumnist der ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer,
»Druckfrisch«, Dlf, BR | Gunter Blank, »Sonntagszeitung« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen | Thomas Klingenmaier, »Stuttgarter Zeitung« | Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »Weser-Kurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«
An jedem ersten Donnerstag des Monats geben diese 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die KrimiZEIT-Bestenliste ist eine Kooperation der ZEIT mit dem Nordwestradio, einem gemeinsamen Programm von Radio Bremen und dem NDR.