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Jahreskongress der Buchbranche: „Kerngeschäft gedrucktes Buch“ / Bilder vom Event

Am 3. Mai 2012 traf sich die österreichische Buchbranche zum jährlichen Fachkongress des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB) in der Nationalbibliothek in Wien und diskutierte unter dem Titel „Kerngeschäft gedrucktes Buch“ über neue Strategien für die Branche angesichts der sich stark ändernden Marktbedingungen .

Der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister referierte als Keynote-Sprecher über die gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme und konstatierte, dass die Krise sich vermutlich noch vertiefen werde, sollten die Eliten nicht zu einer Änderung des Weltbildes hinsichtlich der Marktmechanismen gelangen: „Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen unternehmerisches Verhalten besser stellen als Finanzakrobatik.“, so Schulmeister in seinem Vortrag.

In den Vorträgen von Rainer Groothuis, dem Hamburger Buchgestalter und Spezialisten für Buchmarketing, und Jo Lendle, Verleger des DuMont Buchverlags, wurde deutlich gemacht, dass gerade die Konzentration auf die Kernkompetenzen die Branche dabei unterstützen könne, sich auch im digitalen Zeitalter zu behaupten. Jo Lendle: „Das Buch als Gegenstand ist in Jahrhunderten zur Vollkommenheit gereift – diese Qualitäten können und sollen ausgespielt werden.“

Groothuis führte diesen Gedanken noch weiter: „Was kann jeder Einzelne von uns dafür tun, dass das Buch seine Attraktivität behält? Denn nur die gesellschaftliche Anerkennung des Mediums Buch sichert auf Dauer jenen Grundton, den es braucht, um als Branche und als Einzelner möglicherweise erfolgreich zu sein.“ Die hochwertige Ausstattung und Gestaltung von Büchern werde daher, so die Prognose, an Bedeutung gewinnen. Auch die positive Resonanz auf den vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels in Kooperation mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur durchgeführten Wettbewerb „Schönste Bücher Österreichs“ belegt diesen Trend.

HVB-Präsident Gerald Schantin resümierte anlässlich des diesjährigen Kongresses der österreichischen Buchbranche: „Wir stehen einerseits vor der Herausforderung, unsere Kernkompetenzen weiter zu pflegen und uns andererseits aufgrund der Digitalisierung komplett neue Kompetenzen erarbeiten zu müssen.“ So zeigt eine erst jüngst veröffentlichte Studie des Pew-Meinungsforschungsinstituts, dass es vor allem die LeserInnen gedruckter Bücher sind, die zu E-Books greifen und diese nutzen.

Zur derzeit geführten Diskussion rund um die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes sagte Schantin: „So sehr ich mich freue, dass die Ministerinnen Claudia Schmied und Beatrix Karl sich mit so großer Entschiedenheit für die dringend erforderliche Festplattenabgabe einsetzen, umso mehr bin ich verwundert, dass die Wirtschaftskammer die schon längere Zeit bestehende Blockade noch verschärft, trotzdem sie einräumt, dass den Künstlern eine Vergütung für erbrachte Leistungen zusteht.“ Der Hauptverband werde in den weiteren Gesprächen den beiden Ministerinnen den Rücken stärken, um sicherzustellen, dass die aufgrund technischer Entwicklungen stark rückgängigen Einnahmen aus der Leerkassettenabgabe durch die Novellierung wieder auf ein akzeptables Niveau gebracht werden.

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