Der Autor und Journalist Moritz von Uslar erhält den mit 5.000 Euro dotierten Fontane-Preis für Literatur der Fontanestadt Neuruppin für sein Buch Deutschboden (Kiepenheuer & Witsch).
Der Fontane-Preis wird seit 1994 im Fünfjahresrhythmus von der Stadt Neuruppin, die
seit 1998 den Beinamen „Fontanestadt“ trägt, an Schriftsteller im europäischen Raum verliehen. Seit 2010 wird der Literaturpreis zur Eröffnung der Fontane-Festspiele im Zweijahresrhythmus überreicht und ist 2012 erstmals auf Reiseschriftsteller, Journalisten und literarische Reporter fokussiert. Der Literaturpreis rückt damit die Leistung Theodor Fontanes in den Mittelpunkt, als Reiseschriftsteller Orte und seine Personen in literarischer Form darzustellen und möchte damit zeitgenössischen Reiseschriftstellern eine eigenständige Würdigung ermöglichen.
Ein Auszug aus der Jurybegründung zeigt den Bezug zu Fontane und der Reiseliteratur von Uslars: „Moritz von Uslars Deutschboden ist eine Gegenwartsgeschichte, die die Welt Fontanes von heute aufsucht, die bislang kaum beschriebene Realitäten aufschließt und die mit Schreibweisen des Realismus Gegenwart und Vergangenheit erkundet. Sie belehrt nicht, sondern ermöglicht Empathie. Sie ist sprachspielerisch, ungewohnt, frech und gerade in ihrer sprachlichen Schnoddrigkeit hintergründig und herzergreifend. Wer von Uslar liest, muss auch Fontane lesen – die Wanderungen so gut wie die Romane. Wer Fontane liest und mit den Wanderungen die Mark Brandenburg erkundet, sollte auch von Uslar im Gepäck haben. Beide schärfen den Blick und haben die Liebe zu ,Land und Leut‘.“
Die öffentliche Preisverleihung durch den Bürgermeister der Fontanestadt Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) findet als Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Fontane-Festspiele am 24. Mai 2012 in der Kulturkirche Neuruppin ab 19.00 Uhr statt. Der Preisträger erhält das von Dr. Hans E. Weber gestiftete Preisgeld über 5.000 Euro, eine Fontanemünze und eine Urkunde. Die Laudatio hält der vielfach ausgezeichnete Moderator und Übersetzer Bernhard Robben.
Moritz von Uslar, 1970 in Köln geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Seine journalistische Laufbahn begann als Volontär bei der Zeitschrift „Tempo“. Anschließend arbeitete er von 1992 bis 2004 als Redakteur beim Magazin der Süddeutschen Zeitung und von 2006 bis 2008 beim Spiegel. Derzeit ist er als Reporter und Interviewer für Die Zeit tätig.







