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Spanien: Premio de Novela Fernando Lara für Ian Gibson

Am vergangenen Freitag gewann der Historiker und Hispanist Ian Gibson in Sevilla den renommierten spanischen Literaturpreis XVII Premio de Novela Fernando Lara, für seinen historischen Roman La berlina de Priem (Die Berline des General Prim).

Der Preis wird seit dem Jahre 1996 alljährlich im Mai zum Auftakt der Ferio del Libro de Sevilla verliehen, im Rahmen eines festlichen Dinners unter freiem Himmel im Real Alcázar
Gestiftet wird der Preis von der Fundación Fernando Lara und dem Verlag Editorial Planeta, der den Roman im Juni veröffentlichen wird. Dotiert ist der Preis mit 120.200 Euro.

Ian Gibson verdankt seinen internationalen Ruhm und seine grosse Popularität in Spanien seinen Biografien über Federico García Lorca, Salvador Dalí und Antonio Machado, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Jetzt erfüllte sich Gibson einen langgehegten Wunsch und hat seinen ersten Roman geschrieben. Einen Roman über eine auch in Spanien wenig bekannte und recherchierte Epoche der spanischen Geschichte, nämlich der Zeit der Ersten Republik (1873–1874) und über einer ihrer geistigen Väter und ihres einzigen Ministerpräsidenten, General Joan Prim (1814–1870).
Joan Prim fiel am Abend des 27. Dezember 1870 einem Attentat zum Opfer: im Anschluss an eine für den Fortgang der Republik bedeutungsschwere Parlamentssitzung wurde er in seiner Kutsche von mehreren Männern überfallen, die das Feuer auf den Ministerpräsidenten eröffneten. Am 30. Dezember 1870 verstarb an den Folgen dieses Mordanschlags. Die Hintergründe des Attentates blieben immer im Dunkeln.

In dieses spannende Milieu und in diese geheimnisumwitterte Zeit entführt Gibson seine Leser mit seinem fesselnden Roman. Intensiv hat Gibson die Ermordung Prims in den Archiven recherchiert, ist dabei auf viele verdächtige Ungereimtheiten gestossen, um am Ende eine packend erzählte Chronik der Ereignisse zu schreiben.
In seinem Roman schickt Gibson den Londoner Journalisten Patrick Boyd auf den Weg nach Spanien und lässt ihn Nachforschungen aufnehmen, um den Mord an Prim aufzuklären und um damit den Hintermännern in den politischen und klerikalen Kreisen auf die Spur zu kommen, die Spaniens Weg in die Demokratie verhindert hatten und der erst 1931 wieder aufgenommen werden konnte, bis er dann 1939 erneut durch die faschistische Diktatur Francos abgebrochen wurde.
Guenter G. Rodewald
ggr.buchmarkt@uklitag.com

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