Der mit 20.000 Euro dotierte Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. geht in diesem Jahr an Wolfgang Herrndorf. Den mit 10.000 Euro dotierten Übersetzerpreis erhält Waltraud Hüsmert.
„Wolfgang Herrndorfs grandioser Roman Sand ist beides zugleich: ein genau kalkulierter Agententhriller, der doch alle Gesetze des Genres bricht, und ein philosophischer Roman, der seinen Helden wie alle Leser in eine Welt des Absurden versetzt, in der kein Kalkül mehr zu helfen scheint“, heißt es in der Begründung der Jury. Für „Sand“ wurde Herrndorf bereits im März mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet.
Waltraud Hüsmert übersetzt seit über zwanzig Jahren Literatur aus dem Niederländischen.
Besondere Beachtung fand das soeben in der Übersetzung von Waltraud Hüsmert erschienene Buch Kongo von dem niederländischen Autor David van Reybrouck.
Die Preise werden bei der 61. Jahrestagung des Kulturkreises am 20. Oktober in Nürnberg verliehen.
Der Jury unter Vorsitz von Nina Hugendubel gehörten in diesem Jahr an: Günter Blamberger, Uwe Wittstock, Elke Schmitter und Jürgen Jakob Becker sowie die Mitglieder des Gremiums Literatur des Kulturkreises.
Der Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft ist mit 20.000 Euro einer der höchstdotierten deutschen Literaturpreise in der Sparte Prosa, der jährlich an einen deutschsprachigen Autor vergeben wird. Im zweijährigen Wechsel wird zudem ein mit je 10.000 Euro dotierter Poesie- bzw. Übersetzerpreis verliehen. Zu den Preisträgern in der 60-jährigen Geschichte des Kulturkreises zählen u. a. Heinrich Böll (1953), Ingeborg Bachmann (1955), Nelly Sachs (1959), Elias Canetti (1971), Oskar Pastior (1988), Daniel Kehlmann (1998) und Walter Kempowski (2005).