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AkS Sprecherkreis fordert von MVB und Börsenverein: Kein Geld (mehr) verschwenden für Entwicklungen, die es am Markt bereits gibt

Der Sprecherkreis des Arbeitskreises unabhängiger Sortimente (AkS) hat heute als Ergebnis einer Klausurtagung im Frankfurter Haus des Buches Erwartungen an den Verband mit seiner Wirtschaftstochter MVB und an die Verlage formuliert – un an soll kein Geld von der MVB für Anwendungen ausgegeben werden, die bereits (sogar besser) am Markt angeboten werde. Hier der Text der Resolution:

Das stationäre Sortiment benötigt heute mehr denn je einen preisgünstigen Zugang zu möglichst vielen Katalogdaten, um den Endkunden die Lieferbarkeit kombiniert mit der gegebenen Reichhaltigkeit des Buchangebotes über die Webshops der Buchhändler anbieten zu können. Nur eine solche Lösung, die alle Produktdaten aller Anbieter für alle Formate vereint, wird es dem stationären Sortiment ermöglichen, dem größten Wettbewerber langfristig gut aufgestellt entgegen zu treten.
Daher sollte der Börsenverein sich für eine Integration der unterschiedlichen Datenbestände in die vom Sortiment am meisten genutzten Webshops einsetzen. Der in dieselbe Richtung zielende Vorstoß der AG VLB-Nutzungsgebühren, basierend auf dem Antrag des Buchhändlers Hermann-Arndt Riethmüller, wird vom AkS-Sprecherkreis ausdrücklich unterstützt.
Von der MVB fordert der AkS-Sprecherkreis, sich auf solche Produkte und Dienstleistungen für die Buchbranche zu konzentrieren, die für die Branchenteilnehmer wirklich von konkretem Nutzen sind und für die Bedarf besteht. Tatsächlich werden in der MVB Ressourcen für Projekte gebunden, deren Notwendigkeit für die Buchhändler der AkS-Sprecherkreis bezweifelt:
So zieht sich die Entwicklung der MVB-Shops schon zu lange hin, das gegenwärtig realisierte Angebot ist nicht zufriedenstellend. Die Suchfunktionen entsprechen nicht den technischen und vom Kunden erwarteten Möglichkeiten (keine erweiterte Suche, keine Relevanztreffer), die Individualisierungsmöglichkeiten sind marginal, es fehlt eine redaktionelle Aufbereitung.
Konkurrenzprodukte am Markt vermögen dem Buchhändler bereits heute deutlich mehr zu bieten. Daher lautet die Forderung des AkS-Sprecherkreises an die MVB, keine weiteren Ressourcen in die MVB-Shops zu investieren.
Ähnlich verhält es sich mit dem von der MVB geplanten Leihmodell für E-Books. Auch hier gibt es bereits am Markt etablierte Angebote. Der AkS-Sprecherkreis befürchtet, dass hierbei Personal- und Geldmittel gebunden werden könnten, die am stationären Sortiment vorbei gehen.

Von den Verlagen erwartet der AkS-Sprecherkreis ein eindeutiges Bekenntnis zum stationären Sortiment als gleichberechtigtem Handelspartner. Es ist nicht hinnehmbar, dass große Online-Buchhändler den Erstverkaufstag ohne Konsequenz missachten können und deren Kunden das Buch noch vor dem stationären Sortiment in Händen halten.
Beim Endkunden entsteht so der verheerende Eindruck, Bücher stünden grundsätzlich beim großen Online-Buchhändler eher zur Verfügung. Konkrete Beispiele von zwei Bestsellerautoren aus der vergangenen Woche waren die Neuerscheinungen von Jussi Adler-Olsen und Elizabeth George.
Der AkS-Sprecherkreis erwartet in diesem Zusammenhang von allen Dienstleistern (Verlage, Barsortimente, VLB) ein klare Information über konkrete Erscheinungsdaten.
Die kurzsichtige Fokussierung auf einen Handelspartner schwächt das Vertriebsnetz unserer Branche und gefährdet mittelfristig die Vielfalt der Buchhandelslandschaft in Deutschland.

Frankfurt am Main, 27. August 2012

Iris Hunscheid
Buchhandlung Hoffmann, Achim
Vorsitzende AkS-Sprecherkreis
hunscheid@buecher-hoffmann.de

Andrea Nunne
Bücher & Co., Hamburg
Vorsitzende AkS-Sprecherkreis
anunne@buecherco.de

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