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Zum Buch des Monats September 2012 hat die Darmstädter Jury „Der Weg nach Oobliadooh“ von Fritz Rudolf Fries (Abb.) gewählt. Der Verlag Die Andere Bibliothek hat Fries‘ Roman von 1966 gerade neuaufgelegt und veröffentlicht – mit einem umfangreichen Essay über Werk und Autor von Helmut Böttiger.
„Der Weg nach Oobliadooh“ war das literarische Debüt des damals 31-jährigen Fritz Rudolf Fries und ist ein „früher avantgardistischer Höhepunkt der DDR-Literatur“, wie sein Verleger Christian Döring sagt. Es kam damals nicht durch die Zensur, sondern erschien auf Vermittlung Uwe Johnsons nur der BRD.
Einer lautmalerisch verfremdeten Songzeile des Bebop-Jazzers Dizzy Gillespie entstammt das Sehnsuchtsmotiv der jugendlichen Rebellen Arlecq und Paasch: Die Außenseiter träumen von „dekadenter“ Musik und von Westlektüre, von einem Land, das nicht die DDR der Jahre 1957/1958 ist.
Die Auszeichnung erscheint mehr als angemessen: Es ist nicht nur gestalterisch ein Beweis für die Lebensfähigkeit des Buches – der heimlich unter seinem Schreibtisch an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften verfasste Roman ist dazu auch „ein faszinierendes Zeugnis ostdeutscher Nachkriegsliteratur“, wie sein heutiger Verleger sagt.