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Berlin: Buchpremiere der Mascha Kaléko-Gesamtausgabe

Ein bemerkenswerter Abend in Berlin: Im nahezu ausverkauften Renaissance Theater stellte Jutta Rosenkranz (Foto) gestern im Gespräch mit Volker Weidermann ihre vierbändige Mascha Kaléko Gesamtausgabe vor, die jetzt bei dtv erschienen ist.

Lektorin Eva-Maria Prokop, die vier Jahre lang mit der Ausgabe beschäftigt war, begrüßte das überwiegend weibliche Publikum in dem Haus am Ernst-Reuter-Platz, ganz in der Nähe von Mascha Kalékos letztem Berliner Wohnort in der Bleibtreustraße.

Die Gesamtausgabe, die 37 Jahre nach dem Tod der großen Lyrikerin erscheint, ist umfangreicher geworden als ursprünglich geplant und umfasst nun vier Bände mit insgesamt 4000 Seiten. Wenn Jutta Rosenkranz erzählt, ist ihr die Freude an ihrer Arbeit anzumerken. Bereits vor fünf Jahren hat sie anlässlich des 100. Geburtstags von Mascha Kaléko eine Ausstellung im Literaturhaus Berlin zu deren Leben und Werk vor dem Hintergrund der drei wichtigsten Stationen ihres Lebens – Berlin, New York und Jerusalem – konzipiert und eine umfassende Biografie Mascha Kalékos vorgelegt, die ebenfalls bei dtv erschienen ist.

Sie habe in Archiven Berliner Zeitungen durchforstet und noch bisher unbekannte Texte entdeckt, so Rosenkranz. Auch Zeitzeugen der Dichterin hat sie gefunden und zahlreiche Briefe der Lyrikerin aufgetrieben. „Hebs auf, in 20 Jahren ist das ‚kulturhistorisches Material für MK-Forscher“ hatte Mascha Kaléko 1967 in einem Brief an ihre Agentin Ruth Liepmann geschrieben.

Die Gesamtausgabe umfasst einen Band mit Gedichten, zwei Bände mit Briefen und einen Kommentarband. Vor allem die noch nie zuvor veröffentlichten Briefe geben Einblick in das bewegte und schicksalhafte Leben der Lyrikerin. Enthalten sind Briefe an Schriftstellerkollegen wie Ingeborg Drewitz, Hilde Domin, Hermann Kesten und Walter Mehring sowie an Verleger. Bewegend ist auch die private Korrespondenz an Freunde, an ihren Mann Chemjo Vinaver und an ihren Sohn Steven, der mit nur 31 Jahren starb.

Die Schauspielerin Maria Schrader, die aus den Gedichten und Briefen las, fand genau den richtigen Ton für die mal melancholischen und traurigen, mal ironisch heiteren Texte. Man hätte ihr gerne noch länger zugehört.

Wer den Abend in Berlin verpasst hat, Jutta Rosenkranz und Maria Schrader präsentieren die Gesamtausgabe auch in Hamburg (22. Oktober), München (24. Oktober) und Leipzig (25 Oktober. Dann wird auch Mascha Kalékos Freundin und Nachlassverwalterin Gisela Zoch-Westphal dabei sein.

ML

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