
vor seiner Buchhandlung
Eine Traditions-buchhandlung kämpft weiter um ihren Erhalt, berichtet das Hamburger Abendblatt. Mehr und mehr wird öffentlich, wie sich in Hamburg ein ganzes Stadtviertel zusammenfindet, um eine Buchhandlung zu retten. In St. Georgs Langer Reihe wehrt sich Jürgen Wohlers gegen eine Mieterhöhung, die seine Existenz in Frage stellt. Von 1400 auf 4100 Euro will Vermieter Frank Jedrusch die Pacht erhöhen.
Der Streit begann bereits im September als Wohlers keinen Weg mehr sah und seinen Ärger öffentlich machte (siehe auch BuchMarkt-Heft 9/2012, Seite 172). 2000 Unterschriften kamen inzwischen zusammen, um für den Erhalt zu stimmen. Einem runden Tisch ist der Vermieter ausgewichen. Nun gibt es erste Aufrufe zur Kundgebung vor der Buchhandlung, um den Vermieter Jendrusch zu neuen Verhandlungen zu bewegen.
Sollte Jendrusch die Mieterhöhung auf das fast Dreifache durchsetzen, müsste Wohlers den Laden, der bereits seit 79 Jahren an diesem Standort Buchhandel betrieb, schließen. Buy local scheitert also auch eine Frage der Vermieter. In den vergangenen Wochen hatte sich der Streit zugespitzt. Jendrusch hatte dem Bürgerverein St. Georg im August in einem Brief „antisemitische Untertöne“ unterstellt. Konkrete Stellungnahmen verweigert er wohl.
Für die Anwohner ist die Zukunft des hier seit 79 Jahren ansässigen Ladens eine Grundsatzfrage, sie befürchten die weitere Verdrängung alteingesessener Geschäfte. Sie wollen, das Wohlers bleibt: „Dafür sorgen wir“, schrieben sie aus Protest auf die Straße vor seinem Laden. Schon seit Jahren steigen die Mieten im Stadtteil stark, immer mehr kleine Läden müssen wegziehen und ihren Platz für großer Ketten räumen. Auch den Fleischer und das Kräuterhaus traf es schon.