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Publishing Universum wird größer

Gottfried Honnefelder, Richard Robinson,
Juergen Boos, Katja Böhne

Die 64. Frankfurter Buchmesse hat begonnen – zumindest schon einmal für die Medienvertreter, die sich heute Vormittag zur Eröffnungs-Pressekonferenz trafen.

Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Richard Robinson, President and CEO Scholastic Inc., Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, und Katja Böhne Pressesprecherin, begrüßten die Journalisten.

Gottfried Honnefelder ging dabei auf die jüngsten Zahlen für den deutschen Buchhandel ein. Ende September sei ein Umsatz-Minus von zwei Prozent zu verzeichnen, beim stationären Buchhandel beläuft es sich sogar auf 4,7 Prozent, „eine Zahl, über die man nachdenken muss“, unterstrich Honnefelder. „Weniger Umsatz im Buchhandel ist keine Randerscheinung. Darüber müssen wir sprechen“, fügte er hinzu.
Allerdings gebe es auch einen erfreulichen Trend, die „Stunde des unabhängigen Buchhandels schlägt“, bemerkte der Vorsteher. Jetzt sollten sich die Buchhandlungen aufraffen und entwickeln, es gebe große Chancen für gute Einfälle.
Auf die Rolle der Politik eingehend, sagte er zur Pressekonferenz nur so viel: Das mittlerweile zehn Jahre alte Gesetz zur Buchpreisbindung sei gut und richtig, reiche aber nebst reduziertem Mehrwertsteuersatz für Bücher nicht aus. „Es wird Zeit für ein eindeutiges Bekenntnis der deutschen Politik zum unabhängigen Buchhandel“, konstatierte Honnefelder.

„Der Buchmarkt ist globaler geworden und wächst“, stellte Juergen Boos fest. Überall seien „neue Triebe“ zu beobachten, neue Trends und bestimmte Muster werden erkennbar.
Anhand mehrerer Folien erläuterte er die „Roadmap to publishing trends 2012“. „Der Bücherwurm wandert in die Cloud“, formulierte der Messedirektor. „Aus dem Leser wird der Prosumer“, ergänzte Katja Böhne.

Nicht alles ändert sich; weiterhin gilt es, gute Stoffe zu entdecken und zu vermarkten. Nur wirken an diesen Prozessen inzwischen sehr viele Menschen ganz unterschiedlicher Berufsgruppen mit.

Juergen Boos verwies auf ein Beispiel: Das Navi ermöglicht es, ohne Umwege ein Ziel zu erreichen (meistens jedenfalls). Aber man verzichtet damit bewusst auf Abweichungen. Und die können mitunter auch sehr interessant sein. Der Messedirektor forderte eine neugierige, offene Haltung aller Branchenteilnehmer.

Auf den wachsenden und äußerst bedeutungsvollen Kinder- und Jugendbuchmarkt ging Richard Robinson ein. Es müsse gelingen, weltweit mehr Kinder mit dem Buch – in welcher Form auch immer – zu erreichen. Inhalte sollten den Kindern leichter zugänglich gemacht werden. „Es ist unsere wichtigste Aufgabe, den Kindern die Welt zu erklären. Sie brauchen überall auf der Welt unsere Hilfe“, forderte Robinson.

JF

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