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Heinold fragt: Wer war’s?

Als Flaggschiff werden in der Branche Zeitschriften bezeichnet, die die spezifische Kompetenz eines Verlages ausstrahlen, zumeist Marktführer sind und hohe Auflagen haben. In der Regel gruppieren sich Bücher und andere Medien um das jeweilige Periodikum. Der Verlag, nach dem wir heute suchen, hat nicht nur ein, sondern mehrere solcher Flaggschiffe im Portfolio. Aber sein exquisites Buchprogramm verfügt über ein so starkes Image, dass es im Bewusstsein des Buchhandels dominiert.

Der Verlag trägt seit Anfang an den Namen seiner beiden Gründer. Der ältere von ihnen war ein erfahrener Verleger. Er war Mitbesitzer eines der größten deutschen Verlagshäuser jener Zeit. Der andere, sein Schwiegersohn, gab seinen Beruf als Landgerichtsrat auf, um Verleger zu werden. Die beiden Herren bewegten sich bei der Gründung im Jahre 1911 in einem Markt, für den es damals noch gar keine eigene Bezeichnung gab. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der spezifische Namen dieses Marktsegments bei uns als angloamerikanisches Lehnwort eingebürgert.

Verlagsthema waren Freizeitbeschäftigungen, die wegen ihres hohen Geld- und Zeitaufwandes seinerzeit nur von betuchten Gentlemen ausgeübt werden konnten. Exklusiv, wie sie sich fühlten, organisierten sie sich in vornehmen Klubs, deren Organe unsere beiden Gründer in ihren Verlag übernahmen. Ob sie damals schon ahnten, dass im Laufe der Jahrzehnte die Gentleman-Hobbies von immer mehr Menschen ausgeübt werden sollten und für kräftige Auflagenzuwächse sorgen würden? Eine der Sportarten verlor besonders rasch ihren exklusiven Charakter und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zur Voraussetzung des modernen Individualverkehrs. Und für alle Freizeitbetätigungen, die auf einem der klassischen vier Grundelemente ausgeübt werden, ist heute der gesuchte Verlag der größte in Europa.

Nicht nur die Zeitschriften des Verlages wuchsen im Lauf der Jahrzehnte zu auflagenstarken Organen heran, auch der wenige Jahre nach der Gründung gestartete Buchbereich kann auf Erfolge zurückblicken, die andere Verleger des Genres vor Neid erblassen lassen. Als Beispiel sei nur ein Handbuch erwähnt, das 1929 in erster Auflage erschien und in der 28. Auflage von 2007 lieferbar ist. Dieses Handbuch bildete nach der Zerstörung des Verlagshauses in der Hauptstadt und dem Ende des Zweiten Weltkrieges das Startkapitel für den Neuanfang in der britischen Besatzungszone. Es hatten nämlich 10.000 Exemplare in einem Ausweichquartier den Krieg überstanden und konnten vom Lager weg verkauft werden.

Der zum Verleger gewordene Landgerichtsrat hatte drei Söhne, die nach 1945 die Geschicke des Verlages in die Hand nahmen: Einer trug die Verantwortung für die Zeitschriften, ein zweiter für das Anzeigengeschäft und der Dritte baute vornehmlich das Buchprogramm aus. Er war es auch, der den Verlag lange Jahre in der buchhändlerischen Öffentlichkeit repräsentierte und eine Reihe von Ehrenämtern in den Verbänden ausübte. Ein Enkel des Mitgründerst hat 1989 die alleinige Geschäftsführung übernommen.

Die Herbstvorschau 2012 umfasst 124 Seiten und nennt auf dem Umschlag die fünf Themenbereiche, die der Verlag pflegt. Jährlich kommen etwa 120 Titel neu heraus, 1.000 sind lieferbar und 220 Mitarbeiter betreuen das umfangreiche Zeitschriften-, Buch- und Medienprogramm.

Heinold fragt: Wie heißt der Verlag (zwei Familiennamen) und wo ist sein Sitz?

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