Ein Fall in Norwegen macht diese Woche mal wieder den eklatanten Unterschied zwischen einem gekauften Buch und einem E-Book deutlich: Ein Buch gehört dem Käufer für immer, ein E-Book jedoch nicht. Denn beim Download des E-Books kauft der Leser nur das Recht, das Buch zu lesen – es gehört ihm nicht. Das musste auch auch eine Nutzerin des Amazon Kindle schmerzhaft lernen: Ihr Konto wurde von Amazon gesperrt, weil sie angeblich gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hat.
Der Fall (Spiegel Online berichtete): Da die Norwegerin Linn viel reist und liest, erwirbt sie einen gebrauchten Kindle. Als sie das Gerät reparieren lassen will, wird ihr plötzlich der Zugang zu ihrem Kindle-Account verwehrt und auf die (legal erworbenen) Bücher in ihrer Bibliothek kann sie nicht mehr zugreifen. Grund für die Sperrung: Angebliche missbräuchliche Nutzung ihres Kontos. Sie fragt beim Kundenservice nach, wird aber abgewiesen. Erst nach zahlreichen Medienberichten wird das Konto wieder freigeschaltet.
Der Hintergrund: Amazon setzt beim E-Book-Reader Kindle und der zugehörigen Software auf das sogenannte Digitale Rechtemanagement (DRM). Amazon argumentiert, dass der Nutzer kein Buch erwirbt, sondern nur eine Nutzungslizenz. In den Nutzungsbedingungen von Amazon steht dementsprechend: „Digitale Inhalte werden durch den Anbieter von Inhalten lizensiert, nicht aber verkauft“. Wer sich nicht an die Regeln, die Amazon ihm vorgibt, hält, dessen Konto wird „ohne Erstattung von Entgelten“ sofort gesperrt und der Nutzer kann nicht mehr auf seine (bereits gekauften und bezahlten) E-Books zugreifen.