
Eben ist die Betriebsversammlung zu Ende gegangen, in der klar wurde: Zum Jahresende wird Philip Roeder als Geschäftsführer des Berlin Verlags/Bloomsbury Verlags in „gegenseitigem Einvernehmen“ aus dem Unternehmen ausscheiden, wie es gerade in einer Presseinfo heißt.
Dass Roeder früher oder später aus dem Verlag ausscheiden würde, war zumindest Kennern der Szene eigentlich bereits mit dem Verkauf des Verlages an Bonnier [mehr…] klar. Dass man sich aber seit Ende März, als die Zustimmung des Kartellamts erfolgte, auch in München weiter auf ihn verließ, um den Integrationsprozess von Berlin aus voranzutreiben, zeigt die Wertschätzung, die er dort erfährt. Für ihn sicher mehr als schmerzlich, dass nach getaner Arbeit offensichtlich dennoch im Bonnier-Reich kein Platz mehr für ihn war. Bis zum Jahresende allerdings wird er dort noch zu erreichen sein.
Bei Berlin Verlag und Bloomsbury jedenfalls hat Roeder in den gut 18 Monaten vor dem Verkauf für eine deutliche Auffrischung des Verlagsauftrittes gesorgt, das Lektorat unter Leitung von Birgit Schmitz neu strukturiert, die Presseabteilung mit Uta Niederstraßer erstklassig besetzt und – wie man schon Anfang des Jahres hörte – einen Auslieferungswechsel eingeleitet. Die Braut war also gut geschmückt, als Piper zugeschlagen hat. Man kann ihm nur wünschen, dass der erfahrene Kaufmann, der schon als Suhrkamp-Geschäftsführer neben den Finanzen immer einen Fokus auf Marketing und Vertrieb legte, bald wieder an neuer Stelle festmacht.
Der Verlag wird im kommenden Jahr nach Berlin-Kreuzberg umziehen; Bonnier-Holding Chef Hartmut Jedicke belässt es vorerst bei (s)einem Dank an Roeder, der zumindest zeigt, dass man sich wirklich im Einvernehmen getrennt hat. Er sagt – und das hört sich nicht nach einer leeren Floskel an: „Wir danken Herrn Roeder für die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit. Es ist uns gemeinsam gelungen, in wenigen Monaten alle geplanten Maßnahmen umzusetzen und den Berlin Verlag im Hinblick auf eine nachhaltige Weiterentwicklung neu aufzustellen.“