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Wie die Biene Maja zur Entdeckung eines bedeutenden historischen Fundes beitrug

Auf der Trauerfeier von Heino Hanke, der am 16. Juli verstarb [mehr…]), kündigte sein Sohn Ronald Hanke einen Film an, bei dem sein Vater entscheidend mitgewirkt hat. Nun steht der Ausstrahlungstermin fest: Am 11. November 2012 um 18.05 Uhr zeigt das 3. Programm des Bayrischen Rundfunks den Film rund um eine geheimnisvolle Hunnenrede-Wachswalze, Heino Hanke und die Biene Maya.

Die Geschichte beginnt im Düsseldorf der 70er Jahre. Hier ersteht Heino Hanke zusammen mit seiner Frau eine Holzkiste von einer älteren Dame. Auf ihre Frage, ob er denn nicht auch Interesse an einem Wachswalzenphonographen und den dazugehörigen Walzen hätte, konnte er natürlich nicht nein sagen.

Auf einer der Walzen entdeckte er beim Durchhören die „Hunnenrede“, die Kaiser Wilhem II. am 27. Juli 1900 an die Soldaten des deutschen Ostasiatischen Expeditionskorps richtete, die nach China geschickt worden sind, um den Boxeraufstand niederzuschlagen. Das berühmteste Zitat aus dieser Rede lautete: „… Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht!“

Mehr als dreißig Jahre lagen die Walzen danach aber erstmal unbeachtet auf dem Dachboden der Familie Hanke. Bis schließlich die Biene Maja und ihr 100jähriges Jubiläum ins Spiel kommt: „2012 war unser Vater sehr mit dem Jubiläumsjahr der Biene Maja beschäftigt und ging eines Abends zu einem Vortrag der Bonselsstiftung in der Monacensia zu München“, erklärt Sohn Ronald.

Bei diesem Vortrag wurde dem Schöpfer der Biene Maja, Waldemar Bonsels, vorgeworfen, Stücke der Hunnenrede Wilhelms des II. in die Rede der Bienenkönigin an ihr Volk kurz bevor es in den Kampf gegen die Hornissen geht, eingearbeitet zu haben. „Unser Vater hörte sich die Vorwürfe eine Zeit lang an, meldete sich schließlich zu Wort und meinte, das sei Unsinn. Er habe die Hunnenrede als Tondokument zu Hause und jeder Interessierte könne sich die Rede bei ihm anhören“, erzählt Ronald Hanke. Danach stand Heino Hanke auf, ging aus dem Saal und ließ ein zutiefst verdutztes Publikum zurück.

Daraufhin nahm die Geschichte ihren weiteren Lauf: Dr. Bauer vom Bayerischen Rundfunk signalisierte großes Interesse an der Wachswalze, ein Kamerateam kam und drehte die Story rund um Heino Hanke und die Wachswalze. Auch das LKA, bzw. das KTI (Kriminaltechnisches Institut) wurde mit ins Boot geholt, um die Echtheit der Aufnahme zu prüfen. Das LKA kam zu dem Ergebnis, dass mehr für die Echtheit der Aufnahme als dagegen spricht. Hundertprozentig lässt es sich jedoch nicht mehr feststellen.

Da es bei der Hunnenrede von Wilhelm II. keine eindeutige Fassung gibt und ein Manuskript nicht überliefert ist, ist diese Wachswalze für Wissenschaftler von historischer Bedeutung.

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