Heute findet der zweite Teil des zweitägigen Kongresses für Neues Publizieren E-Publish im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof statt. Homer 3.0 richtet sich an Publikums- und Sachbuchverlage und thematisiert Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung von Inhalten für Verlage und Buchhandel.

Bücher im stationären Handel
Eröffnet wurde der zweite Konferenztag mit einer Keynote von Silke Borgstedt vom Sinus-Institut, die das veränderte Mediennutzungsverhalten thematisierte: „Warum wir immer weniger besitzen und mehr nutzen wollen“. Die Vorträge am Vormittag befassten sich dann mit aktuellen Geschäftsmodellen und Umsätzen mit Streaming- und Lending-Modellen aus den Branchen Film, Musik, Games und Bücher. In verschiedenen interaktiven Table Sessions hatten die Teilnehmer anschließend Gelegenheit zum Austausch. Stark frequentiert waren beispielsweise die Tische von Ute Nöth (books+), die überzeugende enhanced E-Book-Ideen aus Amerika vorstellte. Gefragt waren auch die Tische von Beate Semmler (Tigerfish Media), die den digitalen Kinderbuchladen Tigerbooks präsentierte und von Andreas Meyer (Verlagsconsult). Hier ging es um „Zielgruppen-Expertise als strategischen Schlüssel für das Digital-Geschäft“.
Nach der Mittagspause stand ein Expertenduell zwischen Aufbau-Geschäftsführer René Strien und dem Blogger Marcel Weiß auf dem Programm. „Das Urheberrecht und seine Kritiker „ lautete das Thema ihres Schlagabtauschs im Format des amerikanischen Präsidentenduells. Heute Nachmittag wird die Veranstaltung mit Workshops über Vertriebs- und Vermarktungsmodelle von E-Books, die Zukunft der Buchmessen, die Präsenz von stationären Buchhandlungen im Netz fortgesetzt.

Schon gestern waren 300 Fachleute aus Verlagen, Buchhandel und Bibliotheken sowie Start-ups und Lösungsanbieter zum ersten Konferenztag erschienen, der BuchDigitale. Dabei ging es vor allem um wissenschaftliches Publizieren. Nach Ansicht von Allen Noren, Vice President Online von O’Reilly geht es der Verlagsbranche jedes Jahr schlechter: „Die Kunden werden älter, Amazon nimmt uns Umsatz weg und Google ist kostenlos. Außerdem wird Self-publishing immer einfacher. Bei O’Reilly wussten wir, dass unsere Kunden immer mehr im Internet unterwegs waren. Deshalb mussten wir auch dorthin. Aber es geht nicht einfach nur darum, Print-Produkte zu digitalisieren; der Content muss immer wieder neu erfunden werden!“, sagte er in seiner Keynote.
Gestern wurde auch wieder der BUDIP (Buch Digitale Innovation Pitch) verliehen. Studierende, Start-ups und Gründer waren eingeladen, ihre Geschäftsmodelle und -ideen aus dem Bereich des Digitalen Publizierens vorzustellen. Gegen fünf andere Bewerber konnte sich Sina Schulze mit ihrem Projekt Insight App durchsetzen. Mit der App können sich Kunstkenner für ihre Reisen Insidertipps verschaffen und so ihren individuellen Reiseplan zusammenstellen.
Informationen zum Kongress unter www.epublish-kongress.de
ML