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Afrikanische Literaturtage in Frankfurt

Corry von Mayenburg und Anita Djafari

Afrikanische Literaturtage in Frankfurt – dieses neue Literaturformat wurde im vergangenen Jahr erstmals präsentiert. Da hatte litprom, die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, zu den Arabischen Literaturtagen eingeladen.

„Diese kleine Reihe war ein großer Erfolg. Mehr als 1500 Besucher kamen zu den einzelnen Veranstaltungen“, berichtete Anita Djafari, Geschäftsleiterin litprom, auf einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag.

An diesen Erfolg will man mit den diesjährigen Afrikanischen Literaturtagen, die unter dem Titel Afrikanissimo – Starke Stimmen und neue Geschichten am 25. und 26. Januar im Literaturhaus Frankfurt stattfinden, anknüpfen.

Das zweitägige Programm listet 13 Veranstaltungen – Lesungen, Podiumsdiskussionen, Werkstattgespräche, Filme, Lyrik und Percussion – mit den Autorinnen und Autoren Helon Habila, Nigeria/USA; Patrice Nganang, Kamerun/USA; Indra Wussow, Deutschland/Südafrika; Mike Nicol, Ghana/Großbritannien; Fatou Diome, Senegal/Frankreich; Conceição Lima, São Tomé und Prinicipe, Maaza Mengiste, Äthiopien/USA, und Chirikure Chirikure, Simbabwe/Deutschland auf. Es moderieren bzw. lesen die deutschen Texte Stéphane Bittoun, Detlef Bernd Blettenberg, Katharina Borchardt, Thomas Brückner, Holger Ehling, Manfred Loimeier, Peter Ripken, Ilja Trojanow, und Thomas Wörtche.
Als Dolmetscher helfen Jutta Himmelreich, Elisabeth Müller und Michael Kegler.

Ziel der Afrikanischen Literaturtage ist es nicht nur, die Geschichten, Erzählungen und Gedichte des afrikanischen Kontinents bekannter zu machen, sondern auch, Autoren aus Afrika und Deutschland zusammen zu bringen.

„Auf das Klischee, Trommeln und Geschichten erzählen mache die afrikanische Literatur aus, reagieren afrikanische Gegenwartsautoren heute sauer“, unterstrich Anita Djafari. Bereits bei der Verortung der Schriftsteller gerät man leicht ins Straucheln. Viele sind zwar in Afrika geboren, leben aber längst woanders oder pendeln zwischen alter und neuer Heimat. Das kommt auch in ihrer Literatur zu Ausdruck.

Neuer Partner der Literaturtage ist das ZIAF, das Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung an der Goethe-Universität Frankfurt. Prof. Dr. Frank Schulze-Engler, Institut für England- und Amerikastudien, äußerte dazu: „Wir beschäftigen uns seit Jahrzehnten mit afrikanischer Literatur. Das sind oft große Lehrveranstaltungen mit vielen Interessenten.“ Entsprechend wird bereits im Vorfeld der Literaturtage am 22. Januar die ZIAF Lecture 2013 mit Helon Habila an der Goethe-Universität stattfinden. Am 29. Januar wird es an der Universität außerdem einen literarischen Workshop zum Thema geben.

Seit Jahren unterstützt litprom Übersetzungen aus Afrika. Dabei gehe es nicht nur um die Übertragung in eine andere Sprache, außerdem sei dafür viel Hintergrundwissen notwendig, stellte Anita Djafari fest. In den letzten Jahren ist erfreulicherweise ein Anstieg solcher Übersetzungen auch bei großen deutschen Verlagen zu verzeichnen, die afrikanische Literatur kommt zunehmend aus einer Nische heraus.

Zum Literaturbetrieb in Afrika schilderte Frank Schulze-Engler einige Tendenzen. So gebe es nur in größeren Städten Verlage und Buchhandlungen, die Belletristik aus Afrika befinde sich in den Buchläden „in der letzten Ecke“, oft sei die Produktion von Büchern schwierig. Da biete das Internet gute Möglichkeiten, neue Plattformen zu schaffen.

Auch die Zensur sei nach wie vor ein wichtiges Thema. Sie wird zur Sprache kommen, wenn es um Lebens- und Arbeitsbedingungen afrikanischer Autoren geht.

Alle Gastautoren sind ins Deutsche übersetzt worden, ihre Bücher sind im Verlag Das Wunderhorn, Peter Hammer Verlag, bei Omondi, Diogenes und in der Edition Delta erschienen.

Zu allen Veranstaltungen wird die Buchhandlung Land in Sicht mit einem Büchertisch vertreten sein.

JF

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