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Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung nimmt Stellung zum heutigen „Focus“-Artikel

Die Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung nimmt zur Berichterstattung im Focus unter dem Titel „Gibt es Frieden im Rosenkrieg“ von heute wie folgt Stellung:

o Herr Barlach äußert im Interview mit dem Focus, dass er mit der Familienstiftung zusammenarbeiten und sehr schnell zur Tagesordnung zurückkehren wolle. Die Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung legt Wert auf die Feststellung, dass sie vor nunmehr zwei Wochen auf die Medienholding AG Winterthur mit einem neuen Vermittler zugegangen ist, hierauf jedoch bis heute keine Antwort erhalten hat, ob der Vermittler akzeptiert wird.

o Herr Barlach wird mit den Worten zitiert, der Verlag sei schon 2003 „als Sanierungsfall“ bezeichnet worden und es seien „keine Maßnahmen getroffen worden“. Dies impliziert, dass seiner Meinung nach der Verlag auch heute ein Sanierungsfall sei. Hierzu ist festzuhalten, dass der Verlag weder 2003 noch 2013 ein Sanierungsfall war oder ist. Der Verlag hat unabhängig davon erhebliche Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung mit Erfolg in die Wege geleitet und umgesetzt. Es ist festzuhalten: Die Aussage, dass eine „gewisse Rentabilität“ im Augenblick „nicht gegeben“ sei, ist unrichtig:

o Die Verlagsgruppe hat seit 2010 operative Gewinne erzielen können. Das Gesamtergebnis im Jahre 2009 war insbesondere durch außerordentliche und umzugsbedingte Kosten begründet. In den Jahren 2010 und 2011 hat der Verlag einerseits außerordentliche Gewinne durch Veräußerungen von Vermögensgegenständen, jedoch gleichzeitig auch operative Gewinne aus der üblichen Geschäftstätigkeit erzielen können.

o Im soeben abgeschlossenen Geschäftsjahr 2012 hat der Verlag seinen Umsatz nahezu konstant gehalten, und dies trotz eines sehr angespannten Marktumfeldes. Der Insel Verlag entwickelt sich sehr positiv, hier konnten zweistellige Zuwachsraten im Umsatz erzielt werden.

o Allein in den letzten sechs Monaten des Jahres 2012 ist der Verlag mit 10 Titeln in den Bestsellerlisten unter den Top 20 vertreten, darunter lsabel Allende „Mayas Tagebuch“, Bärbel Reetz „Hesses Frauen“, Judith Schalansky „Der Hals der Giraffe“, Peter Sioterdijk „Zeilen und Tage“, Eva Stachniak „Der Winterpalast“, Tuvia Tenenbom „Allein unter Deutschen“ und Don Winslows „Kings of Cool“. Darüber hinaus war er mit drei (von sechs) Büchern auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises vertreten. Es gibt insgesamt keine Veranlassung dafür, von einer wirtschaftlichen Gefährdung der Verlagsgruppe oder gar einem „Sanierungsfall“ zu sprechen. Der Minderheitsgesellschafter, die Medienholding AG Winterthur, stellt öffentlich die finanzielle Situation des Verlags schlechter dar, als sie es ist. Das ist geschäftsschädigend. Der Verlag hat bereits am 5. April 2012 eine gerichtliche Unterlassungsverfügung gegen Herrn Barlach erwirkt, die ihm verbietet, die Behauptung zu wiederholen: „Der Suhrkamp Verlag ist wirtschaftlich gefährdet.“

o Herr Barlach behauptet im Focus vom 21.1.2013 außerdem, dass der Verlag 2010 außerordentliche Erträge in einem Umfang von 14 Millionen Euro erlöst habe. Diese Zahl ist falsch.

o Herr Barlach wird schließlich mit den Worten zitiert, es sei dringend notwendig „Rücklagen zu bilden“. Hierzu stellt die Familienstiftung fest, dass es gerade die Medienholding AG Winterthur ist, die auf dem Gerichtsweg die Bildung von Rücklagen zu verhindern sucht. Nicht nur das: die Medienholding versucht auf dem gerichtlichen Wege auch die Auszahlung von mehreren Millionen Euro an sich selbst als Gewinnausschüttung durchzusetzen, wobei sie gleichzeitig fordert, dass der Verlag zur Beschaffung der hierfür erforderlichen Mittel Fremdkredite aufnimmt und zu deren Absicherung Gesellschaftsvermögen verpfändet.

Berlin, 21.1.2013

Die Vorsitzenden des Vorstands der Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung

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