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Deutscher Hörbuchpreis 2013: Die besten Audioproduktionen des vergangenen Jahres

Sechs Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises stehen nun fest: Bis auf den Preisträger in der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“ wurden heute alle prämierten Titel bekanntgegeben – darunter sind auch einige Überraschungen. Für die elfte Verleihung des Preises, den der WDR im Jahr 2002 ins Leben gerufen hat, wurden gut 300 Hörbücher von 80 Verlagen bewertet.

And the Winners are: Dagmar Manzel und Gustav Peter Wöhler – sie waren die ersten Gewinner, die die Preisträgerjury Mitte Januar festgelegt hatte. „Ich empfinde es als große Ehre, diesen Preis entgegennehmen zu dürfen, und es macht mich glücklich, dass die Erzählung ‚August‘ von Christa Wolf so bewegt hat“, so die erste Reaktion von Dagmar Manzel, die sich mit dem Hörbuch als „Beste Interpretin“ des vergangenen Jahres hervorgetan hat. „Sie ist eine wirklich großartige Schauspielerin, und sie findet für diese leise, berührende Geschichte genau den richtigen, unaufdringlichen Ton“, schwärmt Katja Krause, Programmleiterin von Der Audio Verlag. „Sie unterspielt mit unglaublicher Könnerschaft, kein falscher Ton, kein Pathos überlagert den Text. Sie bereitet nicht sich, sondern dem Text eine Bühne, und genau das macht ihre Größe als Interpretin aus.“

„Bester Interpret“ des vergangenen Jahres ist Gustav Peter Wöhler, der mit seiner Leistung auf dem Hörbuch „Vielen Dank für das Leben“ überzeugt hat. Erschienen ist es bei Hörbuch Hamburg – ebenso wie das Hörbuch „Die Känguru-Chroniken. Live und ungekürzt“, das zum „Besonderen Hörbuch“ im Bereich der Unterhaltung gewählt

wurde. „Entlarvende Blicke auf die Alltagswirklichkeit gewähren beide“, erklärt Verlagschef Johannes Stricker. „Der eine desillusionierend, aber mit einer zärtlich und verletzlich zu nennenden Stimme, der andere pointenreich, trocken, lustig und voller Absurditäten. Ein Glückwunsch an die beiden großartigen Herren, die jeder auf seine Weise, aber beide mit der gleichen großen Ernsthaftigkeit Ihre Kunst entfalten!“

Doppelte Freude gab es diesmal auch beim Münchner Hörverlag: Zum einen ermögliche nach Ansicht der Jury die monumentale Radio-Hörspielproduktion „Ulysses“ den Zugang zu einem Roman, der vielen als unlesbar erscheint. „Wir sind unglaublich stolz auf alle, die sich für dieses kühne Projekt eingesetzt haben, ja, durchaus ein bisschen auch auf uns“, gibt Pressesprecherin Heike Völker-Sieber zu. „Der Preis wirft ein weiteres Schlaglicht auf die Edition und wird mit dazu beitragen, dass dieser grandiose, aber ungelesene Roman von einem noch größeren Publikum hörend neu oder wieder entdeckt wird.“

Zum anderen gewinnen die Münchner die Auszeichnung „Beste verlegerische Leistung“ für die beeindruckende Edition „Erzählerstimmen. Die Bibliothek der Autoren“. Völker-Sieber augenzwinkernd: „Die Entscheidung der Jury ist rekordverdächtig: Mit welchem Hörbuchpreis wurden schon einmal – neben Machern und Verlag – mit einem Streich 183 Autorinnen und Autoren gewürdigt?“

Die sechste Kategorie – „Bestes Sachhörbuch“ – nimmt in diesem Jahr eine inszenierte Lesung des Verlags Buchfunk ein: „Der heilige Pillendreher. Ein elektroakustisches Hörbuch“ ist das Ergebnis einer besonderen Kombination. Verknüpft wurden die literarischen Naturbetrachtungen des Entomologen Jean-Henri Fabre aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit fremdartig wirkenden Kompositionen, die nicht akustisch illustrieren, sondern die Wahrnehmung schärfen sollen.

„Der Deutsche Hörbuchpreis ist für unseren Verlag eine Art Ritterschlag, einer der Höhepunkte in unserer noch jungen Verlagsgeschichte“, freut sich Produzent David Fischbach. „Wir erhoffen uns von diesem Preis, dass unsere Titel stärker wahrgenommen werden – auch wenn sie nicht auf Bestsellerlisten stehen. Es war schon immer schwer, die Aufmerksamkeit des Buchhandels auf ‚kleine‘ Titel zu lenken. Der Deutsche Hörbuchpreis ist eine Referenz par excellence, mit der sich wuchern lässt.“

Als letzter Preisträger fehlt noch das „Beste Kinderhörbuch“, dessen Titel am 31. Januar veröffentlicht wird. In dieser Kategorie wurde der Gewinner von einer fünfköpfigen Kinderjury des Hörbuchpreis-Partners DIE ZEIT ermittelt, die sich vergangenen Samstag zwei Stunden lang intensiv beraten hat. Esther Roos, Geschäftsführerin des Vereins Deutscher Hörbuchpreis e.V., verrät schon mal: „Die Kinder haben sich bravourös geschlagen, kein Argument ausgelassen und sind am Ende zu einer einstimmigen Entscheidung gelangt.“

Einer wird gewinnen: Der Gewinner aus den drei nominierten Hörbüchern in der Kinder- und Jugend-Kategoriewird erst am 31. Januar bekannt gegeben

Da eine Berichterstattung über Hörbücher nicht nur im Medium Fernsehen, sondern mittlerweile auch im Radio eher selten geworden ist, sollten Interessierte sich zwei Termine unbedingt merken: Die Gala zum Deutschen Hörbuchpreis ist im Radio zu hören am 6. März (live ab 20.05 Uhr auf WDR5, hr2-kultur, NDR Kultur und SWR2) und im TV zu sehen in der Nacht vom 9. auf den 10. März (0.45 Uhr auf 3sat).

rw

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