
Das Regionalbüro des Deutschen Volkshochschulverbands (/dvv international/) und das Goethe-Institut Georgien verleihen an Giwi Margwelaschwili (Foto) für seine Verdienste um die deutsch-georgischen Kulturbeziehungen einen zukünftig nach ihm zu benennenden Kulturpreis.
Der Preis wird am 1. Februar im Tumanischwili-Theater in Tiflis/Georgien im Rahmen eines Festakts verliehen werden. Die Laudatio wird Lothar Müller, Literaturkritiker der Süddeutschen Zeitung halten. Anschließend hält Dr. Frank Tremmel einen Vortrag „Giwi Margwelaschwilis Lösung aus den Verstrickungen der Geschichte.“
Giwi Margwelaschwili ist durch sein Leben und sein Werk zu einer „Symbolfigur für die deutsch-georgischen Kulturbeziehungen im letzten Jahrhundert“ geworden. Geboren und aufgewachsen ist er in Berlin zwischen den Weltkriegen als Sohn des georgischen Philosophen und Historikers Titus von Margwelaschwili, der nach der Okkupation Georgiens durch Sowjetrussland nach Deutschland emigriert war. 1945 wurden sein Vater und er durch den sowjetischen Geheimdienst nach Ostberlin und schließlich nach Georgien verschleppt, wo sein Vater in den Gefängnissen des NKWD ermordet wurde.
Margwelaschwili schuf in Georgien, weitgehend isoliert von seinem Geburtsland und von den internationalen kulturellen Diskursen, ein „einmaliges und eigenwilliges philosophisch-literarisches Werk, das eine unverwechselbar originelle Position im Feld zwischen literarischer Postmoderne und philosophischer Phänomenologie“ behauptet. Die Verleihung des deutsch-georgischen Literaturpreises an ihn und die folgende Benennung dieser Auszeichnung nach Margwelaschwili ehrt am Beispiel eines exemplarischen Lebens und Werks die unbeirrte Hervorbringungskraft der deutsch-georgischen Kulturbeziehungen durch alle Totalitarismen und Gewaltexzesse des letzten Jahrhunderts hindurch. Nach 1989 ging Giwi Margwelaschwili wieder nach Berlin, seit 2011 lebt er wieder in Tbilissi.
Die Stiftung eines Deutsch-Georgischen Kulturpreises ist eine gemeinsame Initiative des Regionalbüros des Deutschen Volkshochschulverbands (/dvv international/) und des Goethe-Institut Georgiens für Georgierinnen und Georgier, die sich um die kulturellen Beziehungen zu Deutschland besonders verdient gemacht haben.
Das Werk Margewlaschwilis erscheint im Berliner Verbrecher-Verlag. Jüngste Veröffentlichung war die Fluchtästhetische Novelle, ein kleineres Werk des Autors, das bereits im Feuilleton viel besprochen wurde.