
Im Limpurgsaal des Frankfurter Römers wurde gestern die Goethe-Plakette der Stadt an den Schriftsteller, Lektor, Maler und Graphiker Paulus Böhmer in einer Feierstunde übergeben.
Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth würdigte Böhmers Werk als „eines, das seinesgleichen sucht“. Das erste Buch des 1936 in Berlin geborenen Dichters, ausgebildeten Industriekaufmanns, Stauden- und Ziergraszüchters,Liederbuch der Quantität, erschien 1963.
Seit 1974 lebt Paulus Böhmer in Frankfurt am Main, gründete das Hessische Literaturbüro 1985 mit und war bis 2001 dessen Leiter (heute: Hessisches Literaturforum im Mousonturm). In dieser Funktion ermunterte, förderte und vermittelte er junge Autoren. Er selbst suchte nie Popularität und Ruhm.
Paul Böhmers Opus Magnum sind die Großgedichte Kaddish I – XXI, erschienen im Verlag Schöffling & Co., Frankfurt – Verlegerin Ida Schöffling nahm an der Feierstunde teil.
Als Maler und Zeichner stattete Paulus Böhmer beispielsweise Bücher von Peter O. Chotjewitz wie Kinder, Kinder! und Itschi hat ein Floh im Ohr, Datschi eine Meise, beide Fackelträger Verlag, Hannover, aus.
Auf Goethe und die Ereignisse seiner Zeit ging Harry Oberländer, Geschäftsführer des Hessischen Literaturforums im Mousonturm, ein und schlug die Brücke zur Gegenwart. Paulus Böhmer sei von der Ohm aus dem Vogelsberg an den Main gezogen, er fühle sich seit fast 40 Jahren wohl in der Stadt. „Wir leben gerne hier und möchten ungern in irgendwelche Residenzstädte abwandern“, schlussfolgerte Oberländer.
„Ich hatte viel Zeit, mich mit dieser Stadt anzufreunden“, erwiderte Paulus Böhmer. Er fühle sich in Frankfurt wahr- und angenommen, habe Freunde in der Stadt. Namentlich dankte er Harry Oberländer und Werner Söllner, die als Mitarbeiter des Literaturbüros für dessen Erfolg mit verantwortlich seien.
JF






