
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch. Und wenn Sie eine spannende Rezension anderswo finden: Schicken Sie uns schnell eine Mail?
Frankfurter Rundschau
Interview mit dem Philosophen Martin Seel über die „Kunst des Zusammenlebens“. Bei S. Fischer liegt sein 111 Tugenden, 11 Laster vor.
Zur Hassfigur geworden: Akram Aylisli. Ein ach so demokratisch gewählter russischer Politiker ließ öffentlich vernehmen, er würde dem aserbaidschanischen Autor gern ein Ohr abschneiden. Grund der Auseinandersetzung ist der Roman Steinerne Träume (können wir den bald auf Deutsch haben??). Und natürlich das nach dem Zerfall zerrüttete Verhältnis von Russland und Aserbaidschan. Christian Esch zieht Parallelen zum Fall Pamuk: Auch der hat sich den Zorn der nach Europa drängenden Regierung zugezogen, weil er sich in einem Satz erlaubte, an den Völkermord zu erinnern, den die Türken an den Armeniern begangen haben: die Bücher von Franz Werfel und Edgar Hilsenrath zu diesem Thema sind längst Weltliteratur…
Florian Kessler feiert den Mut Bürger (Hanser). Der hat, schaut man sich unsere Politik an, noch so einiges vor sich…
Interview mit Susanne Fröhlich – ums Abnehmen geht’s auch dabei.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Was der Schleier verbirgt“: Sophia Azzeddine Zorngebete (Wagenbach): „So persönlich, so grenzwertig genau liest man selten aus einer nach außen gut abgedichteten Welt“, meint Anja Hirsch.
Annotation
Eckhard Henscheid Aus der Kümmerniß. Ein gotteskundlicher Roman (Wildleser Verlag). Der Autor lässt es dieses Jahr ordentlich krachen: Seine furiose Autobiographie Denkwürdigkeiten bei Schöffling, sein Götter, Menschen und sieben Tiere: Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Ein Gestaltenreigen bei Reclam, und bestimmt haben wir noch was übersehen.
Neue Sachbücher
Oliver Sacks Drachen, Doppelgänger und Dämonen. Über Menschen mit Halluzinationen (Rowohlt).
Anton Daul Illustrierte Geschichte der Erfindung des Fahrrades (Reprint Verlag Leipzig).
Ulrich Holbein über einen seiner Lieblingsdichter Jean Paul. Von ihm (also Holbein) erscheint bei Haffmans & Tolkemitt in diesen Tagen sein Doppelporträt Jean Paul/Goethe unter dem Titel Ein Chinese in Rom. Und weil Holbein fleißiger Autor ist, gibt er bei Lilienfeld (zusammen mit Ralf Simon) das Jean-Paul-Lesebuch Weltall im Krähwinkel heraus. Was für Henscheid gilt, gilt auch für ihn: Bestimmt macht er in diesem Jahr noch mehr…
Henrik Bröckelmann über das beschlossene Leistungsschutzrecht für Presseverlage: „Verlage haben den Wandel verschlafen“.
Die Welt
„Wie das Mitleid erfunden wurde“: Henning Ritter Die Schreie der Verwundeten. Versuch über die Grausamkeit (C.H. Beck).
Süddeutsche Zeitung
Slavoj Zizek Das Jahr der gefährlichen Träume (S. Fischer) – Jan Füchtjohann interviewt den Autor.
„Untergang der Illusion des ‚wilden’ Lebens“: David Guterson Der Andere (HoCa).
Biographie von Fritz Saxl. Aby Warburgs Bibliothekar und erster Direktor des Londoner Warburg Institutes. Das Buch von Dorothea McEwan ist bei Böhlau erschienen.
Burkhard Müller über Band 3 der Tagebücher von Erich Mühsam (Verbrecher Verlag).