Nach Langendorfs Dienst kommen jetzt auch positive Signale vom BranchenMonitor Buch. Das erste Mal seit April 2006 liegt das Umsatzplus des stationären Sortiments wieder vor dem der drei Vertriebswege gesamt (Sortimentsbuchhandel, E-Commerce und Warenhaus), meldet der Dienst des Börsenvereins.
Demnach bescherte der Monat März dem Sortiment gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 13,5 Prozent (Barverkauf). Die Vertriebswege Sortimentsbuchhandel, E-Commerce und Warenhaus erzielten gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 11,9 Prozent. Das Quartals-Ergebnis für die drei Vertriebswege liegt damit insgesamt 5,3 Prozent über dem Vorjahresumsatz der ersten drei Monate.
Kumuliert holt der Sortimentsbuchhandel durch das gute März-Ergebnis im ersten Quartal deutlich auf und nähert sich mit plus 4,9 Prozent an die drei Vertriebswege an. Lediglich das Rechnungsgeschäft schloss erneut mit einem Minus von nun 13,5 Prozent (Februar minus 11,0 Prozent).
Die Ausschläge sind ungewöhnlich, selbst wenn der Blick in den Kalender zeigt, dass das Osterfest anders als in 2012 dieses Jahr bereits in den März fiel. Allerdings hatte der März dadurch in diesem Jahr auch zwei Verkaufstage weniger. Blickt man länger zurück, sieht man, dass das Osterfest in den vergangenen Jahren keine solche Ausschläge bot – das aktuelle Ergebnis stellt für die drei Vertriebswege das höchste seit Oktober 2007 dar. Damals war der siebte Harry Potter-Band erschienen – ein solcher Bestseller als Ursache ließ sich im aktuellen Monat nicht ausmachen. Für das Sortiment ist das aktuelle Ergebnis sogar das höchste seit 2005.
Das herausragende Ergebnis spiegelt sich bei den Editionsformen vor allem in den Hörbüchern, die ein Plus von 28,9 Prozent erzielten – das höchste Ergebnis seit August 2005. Aber auch Taschenbuch und Hardcover konnten mit plus 11,9 Prozent und plus 10,9 Prozent deutlich zulegen und damit die letzte Spitze vom Mai 2009 bzw. September 2010 überbieten.
Unter den Warengruppen ragt vor allem das Kinder- und Jugendbuch mit plus 25,1 Prozent heraus (höchster Zuwachs seit April 2011), gefolgt von der Belletristik mit plus 12,5 Prozent (seit März 2010) und Ratgebern mit plus 10,4 Prozent (seit Juni 2007) sowie Reise mit plus 8,2 Prozent (seit März 2010) und Sachbuch mit plus 3,0 Prozent (seit Juli 2011).
Bei den Wissenschaften stand vor Geisteswissenschaften, Kunst, Musik mit 6,3 Prozent ebenfalls ein dickes Pluszeichen, vor Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik mit 0,8 Prozent immerhin noch ein kleines. Sozialwissenschaft, Recht, Wirtschaft mussten als einzige Warengruppe ein Minus von 1,2 Prozent in Kauf nehmen.
Langendorfs Dienst hatte ein Plus von 2,3 Prozent im März festgestellt [mehr…]
Alexander Skipis, der Geschäftsführer des Börsenvereins, kommentiert in einem Schreiben heute an die Mitglieder des BV diese erstaunliche Entwicklung: „Wir haben im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Wachstum zu verzeichnen

„Jetzt die Chance nutzen“
(c)Sebastian Schmidt
von 11,9 Prozent, für das stationäre Sortiment sogar von 13,5 Prozent. Es wäre sicherlich kühn und verfrüht, hier die Auswirkungen der Vorstellung und des Starts der Buchmarketing-Kampagne in einen kausalen Zusammenhang unmittelbar zu bringen. Aber es ist auffällig, dass es sonst keine plausible Begründung für dieses Wachstum gibt, das jedenfalls in den letzten zehn Jahren so nicht stattfand.“
Tatsächlich sind die Zahlen erstaunlich: Der Monat März 2013 hatte zwei Verkaufstage weniger als der Vergleichsmonat im Vorjahr. In diesem Jahr fiel zwar das komplette Oster-Geschäft in den März, aber Ostern allein sorgte in anderen Jahren nicht für solch starke Ausschläge – im Vorjahres-Oster-April gab es sogar ein Minus. Auch gab es in diesem Jahr keine herausragenden Bestseller oder sonstige inhaltliche Gründe für ein stärkeres Wachstum.
Skipsis weiter: „Demgegenüber steht, dass wir schon in den ersten Tagen mit der Vorstellung der Buchmarketing-Kampagne in Leipzig und der beginnenden Umsetzung deutschlandweit einen sensationellen Impuls für die Buchbranche gesetzt haben. 157 Millionen Kundenkontakte aus der öffentlichen Berichterstattung in den ersten Tagen sind geradezu spektakulär für den Start einer solchen Kampagne. Dass dies Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Leser haben muss, scheint jedenfalls plausibel.
In einer solchen Situation, in der ein großer Impuls für den deutschen Buchmarkt gesetzt ist, komme es jetzt darauf an, diese „Welle zu reiten“. Skipis hofft jetzt auf weiteres Engagement vor allem des Handels: „Wir haben jetzt die Chance, diesen Impuls in Umsatz für die Buchbranche umzusetzen. Dies erfordert ein Engagement aller in dieser Branche, völlig unabhängig davon, ob große oder kleine Unternehmen. Bitte nutzen Sie jetzt persönlich dieses Marketinginstrument für Ihr Unternehmen und tragen Sie gleichzeitig dazu bei, eine Bewegung für das Buch und für das stationäre Sortiment in Deutschland auszulösen.“