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Brasilien im Frankfurter Palmengarten: Installationen von Hélio Oiticica

Peter Gorschlüter, Cesar Oiticica Filho

Ab 30. August sind im Palmengarten in Frankfurt im Rahmen der Retrospektive Hélio Oiticica. Das große Labyrinth drei Installationen des brasilianischen Künstlers Hélio Oiticica (1937-1980) zu sehen.

Die begehbaren Objekte befinden sind an verschiedenen Stellen des weitläufigen Geländes, Wegweiser leiten den Besucher zu den Orten. Oiticica geht es in seinen Installationen, die entsprechend der von ihm genau beschriebenen Pläne nachgebaut wurden, um ein besonderes Raumgefühl.

„Wir haben im Palmengarten ohnehin viele Blickachsen. Da passen die Installationen gut in die Kulturlandschaft“, bemerkt Karin Wittstock, Leiterin Kultur im Palmengarten. Der Pavillon Penetrável PN 14 MAP beispielsweise spiegele das Raumgefühl. Diese Installation, ein Labyrinth, wird mit besonderen Performances zum Leben erweckt, ermöglicht eine besondere Wahrnehmung und Interaktion. „Penetrável“ ist übrigens eine Wortschöpfung Oiticicas. Studierende der „Curatorial Studies“, einer im vierten Jahr in Frankfurt angebotenen Masterausbildung, haben sich intensiv mit dem Werk des Künstlers beschäftigt und präsentieren dazu ihre Positionen. Der Neffe Oiticicas, Cesar Oiticica Filho, ist in diesen Tagen als Kurator und Filmemacher in Frankfurt und begleitet die Ausstellung. Er drehte einen Film über seinen Onkel, diese Dokumentation wird im Rahmen des Ehrengastprogramms der Frankfurter Buchmesse zu sehen sein.

„Der Palmengarten hat diese Ausstellung vorgezogen und hofft noch auf einige Tage brasilianischen Sommers“, bemerkt Peter Gorschlüter, stellvertretender Direktor des Museums für Moderne Kunst (MMK) Frankfurt. „Wie kaum ein anderer Künstler war Oiticica seiner Zeit voraus. Die Begriffe ‚Partizipation’, ‚Environment’ und ‚Proposition’, die in Europa und Nordamerika den künstlerischen Diskurs erst Jahre später bestimmen sollten, waren in seinem Werk bereits zu einem frühen Zeitpunkt formuliert und verleihen diesem bis heute zentrale Bedeutung für die Kunst der Gegenwart“, sagt Kurator Gorschlüter. Gleichzeitig weist er auf die große Oiticica-Ausstellung hin, die vom 28. September bis zum 12. Januar 2014 im MMK zu sehen ist.

Oiticica begründete Ende der 1960er Jahre die kulturell-politische Tropicália Bewegung mit. Er versuchte immer, die unterschiedlichsten Künstler zusammen zu bringen. Der Maler und Objektkünstler hinterließ auch ein umfangreiches schriftliches Werk, eine Art Begleittexte zu seinem Schaffen.
Arbeiten von Oiticica waren auf der documenta X 1997 zu sehen.

Die Installationen im Palmengarten werden bis zum 27. Oktober gezeigt.

JF

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