Er kam vom Internationalen Literaturfestival in Edinburgh und reist weiter nach Istanbul. Gestern las der australische Autor Craig Silvey, der mit seinem Roman Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Rowohlt rotfuchs) für den Jugendliteraturpreis nominiert ist, in Berlin.

Christiane Steen
In seiner Heimat ist Craig Silvey ein gefeierter Autor. Wer hat Angst vor Jasper Jones? ist sein erster Roman der auf Deutsch erschienen ist und mittlerweile in vierzehn weitere Sprachen übersetzt wurde. Gestern begeisterte der Autor die achten Klassen der Nelson Mandela Schule in Berlin Wilmersdorf. Bei einem Mittagessen des Rowohlt Verlags konnten Journalisten anschließend den Autor und seine Übersetzerin Bettina Münch näher kennenlernen. Sie erfuhren, dass Craig Silvey schon als Kind gerne und viel gelesen hat und als der australische Schriftsteller Glenn Perry in seiner Schule zu Gast war, stand sein Berufswunsch fest. Bereits mit 14, 15 Jahren habe er beschlossen, Schriftsteller zu werden, so Silvey.
Mit 19 veröffentlichte Craig Silvey seinen ersten Roman Rhubarb. Wenig später kam Wer hat Angst vor Jasper Jones? heraus, ein Roman, der in Australien als Erwachsenenbuch erschienen ist und mit Preisen überhäuft wurde. Mittlerweile ist das Buch Schullektüre in Australien. Und die jugendlichen Leser schicken dem Autor nach der Lektüre begeisterte Mails. Er fühle sich geehrt, so viele positive Reaktionen – auch von Jungs – zu bekommen, sagte Craig Silvey. Zu seinen Lieblingsautoren gehören Harper Lee, Charles Dickens und Mark Twain, verriet er. Aber auch zeitgenössische Autoren wie Zadie Smith und Wells Tower haben es ihm angetan.
Im Frühjahr 2014 wird bei Rowohlt rotfuchs sein nächster Roman Das Bernstein-Amulett erscheinen. Im Mittelpunkt des Buches steht der 12-jährige Liam, der sich als Superheld fühlt. Nachts streift er durch die Straßen, um unbemerkt Gutes zu tun. Klar, dass das nicht immer gut gehen kann. Schon jetzt kann sich Silvey über eine Auszeichnung freuen: Die Verfilmung gewann auf der diesjährigen Berlinale den Gläsernen Bären als bester Kurzfilm in der Kategorie Kplus.
ml