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Erfolgsgeheimnis 250 Jahre Beck: Mehr als ein Verlag sein / Bilder vom Festakt im Prinzregententheater

Am Ende des Tages fasste der ehemalige Lektoratsleiter Dr. Ernst-Peter Wieckenberg zusammen, was gestern auf der 250-Jahr-Feier des C.H.Beck Verlags zu spüren war: „Beck ist mehr als ein Verlag, Beck ist immer auch ein Treffpunkt und eine Gemeinschaft der Autoren“, sagte er im Nachklang aller Reden gegenüber buchmarkt.de.

Eigentlich muss man wohl von mehreren Autorencommunities sprechen. Und die gestrige Jubiläumsfeier im Münchener Prinzregententheater machte den Umfang sichtbar. 800 Gäste füllten den historischen Raum. Der Festakt brachte die großen Namen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen zusammen, Historiker, Germanisten, Philosophen, Soziologen und nicht zuletzt vor allem Juristen.

C.H. Beck ist damit auch ein Diskussionsraum zwischen höchsten Staatsorganen und Anwälten in der Praxis. Die Feier bei C.H. Beck macht deutlich, dass auch scheinbar abstrakte Staatsorgane von Menschen gemacht werden, sie sind das Ergebnis eines ständigen Arbeitsprozesses von Menschen für Menschen. C.H. Beck lege aus heutiger Sicht die Fundamente der juristischen Arbeit, zum 250. Geburtstag sei es eigentlich an der Zeit, C.H. Beck den Titel „Organ der Rechtspflege“ zu verleihen, so Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, der zu Beginn seiner Rede auch aufhorchen ließ. In jüngeren Jahren habe sich Voßkuhle gefragt, ob C.H. Beck nicht ein Monopol habe. Er habe versucht dem Verlag zu entgehen, allein es sei ihm nicht gelungen.

Dr. Hans Dieter Beck, Verleger des juristischen Teils des Verlages, stellte seine Flexibilität unter Beweis, indem er kurzerhand die ersten 30 Jahre seines Wirkens wegließ. Denn er habe kurzfristig über die Inhalte der folgenden Reden Kenntnis erhalten und wollte Wiederholungen vermeiden, so der Verlagschef, der letztes Jahr seinen 80. Geburtstag feierte.

Auch in seiner Rede wurde deutlich, dass ein Verlag nicht nur ein Bücherproduzent sei, sondern „ein Dach spanne“. In diesem Zusammenhang bekannte er sich auch zur Buchhandlung Lehmkuhl als eine wichtige „Kulturstätte“. Sein Weg in den Verlag war wohl nicht selbstverständlich; er ließ durchblicken, dass er sich als Richter am Landgericht 1 in München lange Zeit wohler gefühlt habe als sich im Familienunternehmen vor den alteingesessenen Lektoren unter Beweis stellen zu müssen. Doch mit einem Coup schaffte er doch die Anerkennung, er kaufte den Vahlen Verlag und brachte ihn mit in das Unternehmen. Heute zeichnet sich Dr. Jonathan Beck, Sohn von Bruder Dr. h.c. Wolfgang Beck, Leiter des geisteswissenschaftlichen Teils des Verlages, für Vahlen verantwortlich.

Dr. h.c. Wolfgang Beck stellte sich überhaupt die Frage, ob man habe feiern sollen, und stellte dann die Feier unter das Diktum „Zukunft braucht Herkunft“. Er machte deutlich, dass es durchaus ein Anliegen auch früherer Generationen war, sich als Diener an seinen Autoren zu verstehen: „Denn zu den zahlreichen Konstanten des Hauses gehört, dass seine Autoren sich liebevoll-familiär umhegt fühlen durch alle, die zum Wohl des Verlags beitragen“, so der Verleger. Aber angesichts einer so langen Geschichte gab es mehr Worte über die Herkunft als über die Zukunft, dennoch gaben sich die Verleger gewiss, dass eine neue Generation bereitstehe. So brachte Jonathan Beck auch schon mal den jüngsten Spross der Familie mit; noch nicht einmal sechs Monate ist die Tochter alt. Möglicherweise einmal eine starke Frau an der Spitze des Verlages?

Bei zwei so starken Verlegerpersönlichkeiten wie Wolfgang und Hans Dieter Beck, die übrigens auch beide die schwierigen Zeiten im Nationalsozialismus nicht unerwähnt ließen, gab es denn auch zwei Verlagsgeschichten: Der Historiker Stefan Rebenich hat in seinem Buch C.H.Beck 1763 – 2013. Der kulturwissenschaftliche Verlag und seine Geschichte die Entwicklung des Literatur- und Sachbuchbereichs dargestellt. In der Monographie 250 Jahre rechtswissenschaftlicher Verlag C.H.Beck – 1763 – 2013 arbeitet der Rechtshistoriker Uwe Wesel die Geschichte des juristischen Verlagshauses auf. Sie setzen sich erstmals auch mit der Rolle der Verlage in der Zeit des 3. Reiches auseinander. Beide der schön gestalteten und gedruckten Werke wurden den Besuchern mit auf den Weg gegeben. Aber nicht bevor noch im Garten des Prinzregententheaters bei nachmittäglichen Sonnenstrahlen gefeiert wurde.

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