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Karin Bilsing: BUX baut Brücke zwischen Online und Offline-Handel

2007 hat Karin Bilsing den Vaihinger Buchladen (100 qm, drei Teilzeit-Mitarbeiterinnen) übernommen. Das Geschäft mit allgemeinem Sortiment befindet sich allerdings nicht in bester Lauflage, also mussten Ideen her, Kunden an den Laden zu binden. Mit der Homepage www.lies-jetzt.de möchte die Buchhandlung Leser neugierig nicht allein auf Neuerscheinungen machen.

Was aber ganz und gar ungewöhnlich ist: Im Laden wurde mit BUX eine Buchhandelssoftware selbst entwickelt, mit der vor allem kleinere Sortimente sehr komfortabel arbeiten können: Datenbanken der Barsortimente können eingebunden werden, es gibt ein Warenwirtschaftssystem, man kann Statistiken abrufen, Kunden per SMS benachrichten – und vieles mehr. Andre Bilsing ist Programmierer und hat das System auf die Beine gestellt. Noch wird es für andere Buchhandelskollegen im Laden vertrieben, ab Januar 2014 wird BUX über eine eigene Firma angeboten.

Frau Bilsing, für wen ist BUX, und was alles kann die Software?

Karin Bilsing

Karin Bilsing: BUX ist ein Warenwirtschaftssystem, das speziell für den lokalen Buchhandel entwickelt wurde. Interessant ist die Software insbesondere für Buchhändler, die unabhängig von Barsortimenten bleiben und ihren Kunden einen außergewöhnlichen Mehrwert bieten möchten. Wer seinen stationären Buchhandel auf das Internet erweitern möchte, ist bei BUX ebenfalls richtig.

BUX bedient in verschiedenen Modulen sämtliche Prozesse eines Buchladens, angefangen beim Kundenmanagement, der Produktdaten- und Lagerverwaltung, dem Bestellwesen und der Rechnungserstellung. Die Anwendung ist mehrfilialfähig und lässt sich an Kassensysteme koppeln. Jedes einzelne Modul kommt mit cleveren Funktionen daher. So ermöglicht das Modul für das Kundenmanagement, den Kunden im Laden eine Wunschbox zusammenzustellen, die auch online über den Webshop aufrufbar ist.

Ein weiteres Plus von BUX ist, dass es trotz seiner vielen Funktionen absolut übersichtlich und klar strukturiert ist, so dass sich auch technikscheue Nutzer schnell zurecht finden und Mitarbeiter leicht eingearbeitet werden können.

Software für den Buchhandel gibt es wie Sand am Meer – warum haben Sie sich trotzdem die Mühe gemacht, mit BUX etwas Eigenes zu entwickeln?

Wir haben vielen kostenlosen und auch kostenpflichtigen Anwendungen auf den Zahn gefühlt und sie auf Tauglichkeit für unseren Einsatz geprüft. Keine Software genügte unseren Ansprüchen. Entweder waren sie technisch veraltet, zu kompliziert, boten zu wenig Funktionen oder waren schlicht zu teuer.

Wo wird BUX schon überall eingesetzt?

BUX wird derzeit im Vaihinger Buchladen eingesetzt und bildet das Rückgrat von www.lies-jetzt.de, dem Online-Portal des Vaihinger Buchladen. Zwei weitere Buchhandlungen arbeiten ebenfalls mit BUX.

Braucht man einen eigenen Softwareberater im Hause, wenn man BUX einsetzt?

Nein, BUX ist webbasiert, und für die Nutzung ist nur ein PC mit Internetzugang erforderlich. Unterwegs kann BUX auch über die optimierte Variante für Tablet oder Smartphones aufgerufen werden.

Was kostet es, BUX einzusetzen?

Das Preismodell ist nutzungsabhängig, es enthält aber immer sämtliche Funktionen. Damit wird die Hürde selbst für kleine Buchhandlungen gering gehalten sich mit einem professionellen und unabhängigem WWS auszustatten.

Welche Funktionen bietet BUX dem Buchhändler, die „Software von der Stange“ nicht kann?

Von Anfang an war uns klar, dass die IT auch für Buchhändler immer wichtiger wird. Nicht nur in Form von E-Books, sondern auch um die internen Prozesse schlank und fehlerfrei zu gestalten.

BUX wurde genau zu diesem Zweck entwickelt. So werden z.B. auch umfangreiche Bestellungen schnellstmöglich von der Erstellung bis zur Rechnung geführt, die Notizfunktion erinnert automatisch, wenn ein Termin für einen Kundenwunsch abläuft. Dauert eine Bestellung mal länger, wird der Kunde per SMS benachrichtigt. Oder wenn ein Titel nicht lieferbar ist, kann sofort auf einen alternativen Lieferanten gewechselt werden. BUX ist unabhängig von Lieferanten und kann alle Barsortimente anbinden sowie auf das VLB zugreifen. Alle Daten bleiben in der Buchhandlung. Mit der Statistik hat man jederzeit alle relevanten Zahlen im Blick.

Wie gelingt es Ihnen Online- und stationären Handel zu verknüpfen?

BUX baut diese Brücke. In der Informationstechnik wird ein solches System als „Backend“ – also Unterbau – bezeichnet. So bedienen sich sowohl der stationäre Buchladen als auch der Online-Shop aus derselben Datenquelle. BUX stellt alle wichtigen Information zu Kunden, Büchern, Lieferzeiten, Lagerbeständen etc. zentral bereit.
Für die Kunden wird der Unterschied zwischen Buchhandlung und Onlineshop fließend. Die Kunden können rund um die Uhr im Buchladen bestellen und jederzeit sehen, welche Titel am Lager und somit noch am gleichen Tag verfügbar sind. Bei der Bestellung wählt der Kunde aus, ob er das Buch im Laden abholen möchte, ob wir es an eine alternative Lieferadresse verschicken oder ob wir das Buch innerhalb von Vaihingen kostenfrei liefern. Gerne auch kostenfrei als Geschenk verpackt. So kann man als lokale Buchhandlung Stärke zeigen und gegenüber den großen Onlinehändlern im Bereich Service und Schnelligkeit punkten.

Woher die Bücher kommen, entscheidet der Buchhändler übrigens selbst. Mit BUX besteht die Möglichkeit, verschiedene Barsortimente und Zwischenbuchhandel anzubinden. So bleibt der Buchhändler unabhängig.

Was werden die nächsten Features von BUX sein?

In der „Mache“ ist derzeit die Einbindung von E-Books und eine App für Smartphones und Tablets, die eine Verknüpfung des stationären Handels mit dem Internet zusätzlich auf diese mobilen Geräte erweitert. Auch hier hat sich das Team um den Vaihinger Buchladen und BUX einiges einfallen lassen. Der Buchhandel darf gespannt sein.

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