
Hans Joachim Schädlich erhält den mit 30.000 Euro dotierten Berliner Literaturpreis 2014 der Stiftung Preußische Seehandlung. Der Schriftsteller nimmt die mit dem Preis verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an.
Die Begründung der Jury, der Peter-André Alt, Jens Bisky, Ulrich Janetzki, Ulrich Khuon und Kristin Schulz angehören, würdigt Hans Joachim Schädlich als einen „Meister in der Kunst, etwas zu sagen, ohne es direkt zu sagen“. Lakonie bestimme sein Schreiben. Diese verdanke sich „den moralischen Überzeugungen dieses Autors, seinem Willen zur Wahrheit und einer treffenden, nicht korrumpierten Sprache“, heißt es. „In wenigen knappen Sätzen vergegenwärtigt er tatsächliches und fiktives Geschehen mit einer Intensität und Anschaulichkeit, die in der deutschen Gegenwartsliteratur konkurrenzlos ist. Seine Bücher entwerfen neue, irritierende Formen der Rede, mal bitter und sarkastisch, mal weise und tröstlich. Dieses funkelnde, reiche Lebenswerk ist ein nicht zu ersetzendes Gegengift gegen Dummheit, Übereilung und Schlamperei.“
Die Preisverleihung findet am 26. Februar 2014 in Berlin im Roten Rathaus statt. Die Laudatio auf den Preisträger hält der Literaturwissenschaftler und Journalist Lothar Müller.
Der Berliner Literaturpreis zeichnet Autoren aus, die mit ihrem literarischen Werk in den Gattungen Erzählende und Dramatische Literatur sowie Lyrik einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben. Seit 2005 bietet der Preis mit der Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin den Preisträgern jeweils im Sommersemester ein Forum für Textarbeit mit Studierenden der Universitäten und Hochschulen in Berlin und Brandenburg.
Bisherige Preisträger waren Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher, Sibylle Lewitscharoff, Thomas Lehr, Rainald Goetz und Lukas Bärfuss.







