Mit insgesamt rund 7.300 Ausstellern aus über 100 Ländern und exakt 275.342 Besuchern ging heute die Frankfurter Buchmesse zu Ende. Hier der Abschlussbericht der Veranstalter:
Der Auftritt Brasiliens als Gastland zeigte eine nachdenkliche und selbstkritische Nation, fernab der Klischees von Sonne, Strand und Samba. Bildungs- und Chancengerechtigkeit wurden nicht nur von brasilianischen Autoren, sondern auch andernorts auf der Buchmesse eingefordert: Die Literacy Campaign (LitCam) der Frankfurter Buchmesse thematisierte mit zahlreichen Veranstaltungen die unglaubliche Zahl von rund 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten, die es heute in Deutschland gibt. Auf Bühnen wie dem Weltempfang, dem Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung (Halle 5.0) fanden Veranstaltungen zur Krise der EU und der Frage danach, wie Kinder und Jugendliche in Krisenzeiten ihr Leben gestalten, starke Resonanz.
Der Besuch zahlreicher Politiker, darunter EU-Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier, zeigte die Relevanz der Messe als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung. „Es brodelt unter der Oberfläche“, sagte Messe-Direktor Juergen Boos. „Das ist nicht nur auf der gesellschaftlichen Ebene zu spüren, also auf Ebene der Messe als Publikumsmagnet, sondern auch in den tieferen Schichten der Messe, wo wir in Bereiche neuer Geschäftsfelder vordringen.“ Die Messe habe gezeigt, dass sich „neue tektonische Verschiebungen“ im Publishing abzeichnen: „Wir sehen ein Fortschreiten der Konzentration im Verlagswesen, aber auch eine Fülle neuer, kreativer Player – darunter Start-ups, aber auch Techies, Investoren und Business Developer aus allen kreativen Branchen.“
Fünf Tage lang beherrschten Bücher und die Buchmesse auch die sozialen Medien – das Hashtag #fbm13 hielt sich an der Spitze bei Twitter. Über 9.000 Journalisten waren zur Messe angereist, darunter rund 17 Prozent mehr internationale Medienmacher als im Vorjahr. „Die Relevanz der Messe als internationaler Treffpunkt steigt“, so Boos. Neue Konferenzformate wie CONTEC oder auch StoryDrive dürften mit ausschlaggebend dafür sein, dass die Messe rasant ihr Gesicht verändert und neue Besuchergruppen anzieht. Für Sarah Doole, Creative Director Worldwide Drama bei der FreemantleMedia Group, einer der größten Contentlieferanten auf dem Europäischen TV Markt, steht fest: “Wir erleben ein Goldenes Zeitalter des Geschichtenerzählens, das gerade erst begonnen hat.“ Rund 3.500 Teilnehmer aus 72 Ländern registrierten sich für die über 20 Seminare und Konferenzen der Frankfurt Academy, wobei auch hier im Vergleich zum Vorjahr der Anteil an internationalen Teilnehmern gestiegen ist.