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Premio Planeta 2013 an Clara Sánchez und Ángeles González-Sinde verliehen

Clara Sánchez (m.), Foto: Editorial Planeta

Gestern Nacht wurde in Barcelona der diesjährige Premio Planeta verliehen. Er ging an Clara Sánchez mit ihrem Roman El cielo ha vuelto („Der Himmel kehrt zurück“), der zweite Preis an Ángeles González-Sinde mit El buen hijo („Der gute Sohn“).

Der Premio Planeta ist mit 600.000 Euro der höchstdotierte kommerzielle Literaturpreis der spanischen Literaturwelt, aber auch die Finalistin darf sich noch über ein Preisgeld von guten 150.000 Euro freuen.

Der Preis wurde dieses Jahr zum 62. Mal verliehen. Seit 1952 wird er im Rahmen eines großen Dinners und in Anwesenheit der politischen und kulturellen Prominenz des Landes traditionell immer am 15. Oktober bekanntgegeben, dem Namenstag der Heiligen Teresa von Ávila, der auch der Namenstag des Ehefrau des Planeta–Gründers José Manuel Lara (1914–2003) war.

Clara Sánchez wurde 1955 in Guadalajara geboren, 1989 erschien ihr erster Roman Piedras preciosas bei Debate in Madrid, seit 1996 wurde sie von Alfaguara veröffentlicht. Für ihr Werk Lo que esconde tu nombre gewann sie den Premio Alfaguara.

Oft dienen die mit verführerischen Gewinnsummen ausgestatteten spanischen Literaturpreise dazu, erfolgreiche Autoren der Konkurrenz abspenstig zu machen. So bekam Clara Sánchez 2010 den Premio Nadal, verliehen von Ediciones Destino, die ebenfalls zur Gruppe Planeta gehören. Von da ist der Weg zum möglichen Gewinn des Premio Planeta dann manchmal gar nicht mehr so weit. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Gewinner der „großen“ spanischen Literaturpreise bereits im Vorfeld feststehen und ausgehandelt sind. Dennoch machen sich manche, möglicherweise viele der Kandidaten, die sich für die Preise präsentieren (in diesem Jahr waren es beim Premio Planeta 478) immer wieder die Hoffnung, zu den Auserkorenen zu gehören.

Für Ángeles González-Sinde ist es ihr erster Roman, den sie veröffentlicht. Geboren wurde sie in 1965 in Madrid, sie arbeitete als Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Von 2009 bis 2011 war sie spanische Kulturministerin im Kabinett von Ministerpräsident José Luis Zapatero. Seitdem sie 2009 in einer Rede bei der Verleihung des spanischen Filmpreises Premio Goya gegen das freie Downloaden von Archiven im Internet Stellung bezogen hatte, galt sie als Erzfeindin des radikalen Teils der spanischen Internetszene.

Beide Romane werden im November ausgeliefert und begleitet von einer spektakulären Medienkampagne und Reisen der Gewinnerinnen durch ganz Spanien und einige Länder Lateinamerikas.

Guenter G. Rodewald

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