
Heute findet der zweite Teil des zweitägigen Kongresses für Neues Publizieren E:Publish im Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof statt. Während am gestrigen ersten Kongresstag innovative Formen des wissenschaftlichen Publizierens im Fokus standen, wurde es heute literarischer.
Ein wesentlicher Punkt auf der Tagesordnung ist der Einfluss der Digitalisierung auf das veränderte Leseverhalten von Kindern und Jugendlichen. Zu Beginn des Kongresstages thematisierte die Schriftstellerin Katharina Hacker die Chancen der Digitalisierung für die Verbreitung und Wahrnehmung anspruchsvoller Literatur und stellte in diesem Zusammenhang die Autorengruppe Fiktion vor.
„Fiktion ist ein Versuch und ein Selbst-Versuch“, sagte sie. Für einen begrenzten Zeitraum würden – abseits ökonomischer Notwendigkeiten – Bücher in einem Autorenverlag sorgfältig publiziert und kostenlos digital angeboten. Eine analoge Veröffentlichung könne danach je nach Wünschen und Möglichkeiten der Autoren und interessierter Verlage erfolgen. „Fiktion“ leite die Frage, wie für anspruchsvolle Literatur Leser gefunden werden können. „Uns treibt nicht die Sorge, es könnten Inhalte im Netz kostenlos, an uns vorbei, verbreitet werden, sondern, die, dass unsere Art zu schreiben und nachzudenken marginalisiert wird“. Katharina Hacker, die im Beirat von „Fiktion“ ist, plädierte für einen gelassenen Umgang mit den Möglichkeiten des Netzes. Diese könnten eher fruchtbar sein, „wenn wir offener und mit mehr Zuversicht und Witz darüber nachdenken.“
Heute Nachmittag stehen Workshops auf dem Programm. Unter anderem geht es um das Verlegen der Zukunft, Lösungen für interaktive, animierte Kinderbücher und die Konkurrenz durch Selfpublisher.
Die Zahl der Kongressteilnehmer hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal erhöht. 320 Fachleute aus Verlagen und Hochschulen, Buchhändler, Lösungsanbieter, Start-ups, Autoren und Blogger haben sich angemeldet. Veranstalter der Konferenz, die von PaperC und dem Landesverband Berlin-Brandenburg des Börsenvereins initiiert wurde, ist die SWOP. Medien und Konferenzen GmbH.
Gestern wurde bereits der BUDIP (Buch Digitale Innovation Pitch) verliehen. Studierende und Start-ups waren eingeladen, ihre Geschäftsmodelle und -ideen aus dem Bereich des Digitalen Publizierens vorzustellen. Gegen fünf andere Bewerber konnte sich Dennis Brunotte mit agentme durchsetzen.
Informationen zum Kongress unter www.epublish-kongress.de
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