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Im richtigen Zug in die Zukunft / Mehr für Ausbildung tun / Bezugsbedingungen von Büchern diskutiert

Thomas Wrensch

13. Branchenparlaments heute in Frankfurt am Main: Der Parlamentsvorsitzende Thomas Wrensch blickte in seiner Begrüßung der Teilnehmer optimistisch in die Zukunft. Mit Heinrich Riethmüller als neuem Vorsteher des Börsenvereins befinde man sich im richtigen Zug in die Zukunft.

Der seit 19. Oktober amtierende Riethmüller richtete ein besonderes Grußwort an die gewählten Branchenvertreter. In den nächsten Monaten müsse man sich klar darüber werden, wie die Sparten den neuen Herausforderungen begegnen.

Während in den letzten Jahren am liebsten der Untergang einer netten, aber unwichtigen Branche besungen worden sei, müsse es nun vielmehr darum gehen, die Probleme anzupacken. Besonders dringend sei das in der Ausbildung, die er „beschämend“ nannte. Im letzten Jahr seien im Buchhandel so wenig Azubis zu verzeichnen gewesen, wie nie zuvor. Das werfe einen prägnanten Blick auf die Branche und ihr Selbstverständnis.

Er kritisierte die föderalen und teilweise doppelten Strukturen des Verbandes: „Das können wir uns nicht mehr leisten.“ Viel wichtiger sei dagegen Mitgliedernähe. Die neuen Aufgaben sollten mit Gelassenheit und Engagement bewältigt werden.

Auf der Tagesordnung stand zunächst eine Empfehlung der AG PRO, vorgetragen von Franziska Bickel, zur Änderung der Verkehrsordnung hinsichtlich der Bezugsbedingungen von Büchern. Details dazu gibt es in der Fotostrecke auf den entsprechenden Charts. Im Grunde gehe es darum: „Lieber vorher nachdenken, dann bestellen und Remissionen vermeiden“, fasste Bickel zusammen. So würden etwa acht Prozent der Bücher jährlich remittiert – das entspreche einem Warenwert von 355 Millionen Euro.

Jörg Robben, der einen Antrag zur kostenfreien Belieferung eingebracht hatte, den die AG PRO nicht empfahl, warnte: „Die Verkehrsregelung legt alles fest und lässt keinen Spielraum – darüber sollte man nachdenken.“ 88 Prozent der Sortimenter seien kleine Buchhandlungen, die enorm unter Kostendruck stünden. Das sei unbedingt zu berücksichtigen. Thomas Bez verwies in diesem Zusammenhang auf einen Jahre zurückliegenden Versuch der VVA, die Kosten anders zu verteilen. Dieses Experiment scheiterte – und das hatte Gründe. Außerdem bemerkte er: „Die Verkehrsordnung ist eine Empfehlung. Man kann auch einen anderen Weg wählen.“

„Man muss versuchen, Verkaufspreis und günstigstes Porto miteinander auszutarieren“, erläuterte Franziska Bickert. Der Vorschlag der AG PRO wurde mit der Parlamentsmehrheit angenommen. Ehe allerdings die Verkehrsordnung geändert werden kann, muss sie noch kartellrechtlich geprüft werden.

Über das vorgesehene Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa äußerte sich Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. Er warnte: „Für die Buchbranche sind damit geringe Chancen, aber hohe Risiken besonders hinsichtlich der Preisbindung und im Urheberrecht verbunden. Es geht um sehr viel.“ Deshalb sehe er in den geplanten Absprachen „so gut wie keinen Vorteil für die Buchbranche“. Außerdem lassen die Gespräche und Verhandlungen echte Transparenz und Mitbestimmung vermissen. „Wir bemühen uns, möglichst früh in diese Gespräche einzusteigen und unsere Interessen deutlich zu machen.“ Der Börsenverein kümmere sich um eine entsprechende Lobbyarbeit. „Auf keinen Fall darf von uns das Signal ausgehen, dass uns selbst die Preisbindung nicht so wichtig ist“, betonte Skipis.

Wieder einmal stand das VLB+ auf der Tagesordnung. MVB-Geschäftsführer Ronald Schild informierte über die Gründung einer Task Force, in der 15 Personen arbeiten. Ziel sei es, einen spartenübergreifenden Konsens herzustellen. Noch im November 2013 werde die erste Sitzung stattfinden.

Einen Beschluss zur Verbesserung der Metadatenbank legte der Veit Hoffmann aus Sicht des SoA vor. Der Beschluss wurde vom Parlament unterstützt, Details dazu solle die Task Force erarbeiten.

Einstimmig beschloss das Parlament die Streichung der Aufnahmegebühr in Höhe von 500 Euro, die bisher fällig waren, um Mitglied des Börsenvereins zu werden. Thomas Bez begründete seinen Vorschlag: „Diese Gebühr wirkt auf alle, die in den Börsenverein eintreten wollen, abschreckend.“ Nun ist der Länderrat gefragt, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Das nächste Branchenparlament im April 2014 soll übrigens aufgrund hoher Hotelpreise (Messezeit in Frankfurt) arg gestrafft werden: Ausschuss-Sitzungen und Parlament werden dann an einem Tag stattfinden.

In seinem Schlusswort wünschte sich Thomas Wrensch:„Wir sollten künftig mehr aufeinander zugehen.“

JF

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