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Buchpremiere mit Arnulf Baring und Gregor Gysi im Berliner Ensemble

Arnulf Baring (l.), Christian Strasser

Der Andrang des Publikums war groß: Im komplett ausverkauften Berliner Ensemble fand gestern Abend die Premiere von Arnulf Barings autobiografischen Notizen Der Unbequeme statt. Gregor Gysi hat das Buch, das am kommenden Montag im Europa Verlag Berlin erscheint, schon gelesen und diskutierte mit dem Autor.

Intendant Claus Peymann ließ es sich nicht nehmen, das Publikum persönlich zu begrüßen, bevor er das Mikrofon an Verleger Christian Strasser übergab. Der Unbequeme sei bisher das wohl wichtigste Buch in seinem Programm, so Strasser, der den Europa Verlag Wien vor einem guten Jahr mit Standorten in München und Berlin zu neuem Leben geweckt hat [mehr…], um sich „den künftigen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen“ zu widmen.

Gregor Gysi, Arnulf Baring (r.)

Der Verleger stellte den bekannten Zeithistoriker und Politikwissenschaftler Arnulf Baring als ungewöhnlich warmherzigen Menschen vor. Einem breiten Publikum wurde der 81-Jährige auch als gefragter Gast in zahlreichen Talkshows bekannt. Für Gregor Gysi als Gesprächspartner habe man sich entscheiden, weil Baring ihn für den begabtesten Parlamentarier hält. Es stimme nachdenklich, dass Gusy ebenso wie der Bundespräsident und die Kanzlerin aus der früheren DDR stammen, schreibe Baring.

„Ich habe das Buch gern gelesen, weil es locker und zügig geschrieben ist“, lobte Gregor Gysi. Dass Baring zugleich Journalist und Wissenschaftler ist, mache ihn unbequem. „Und er ist nicht käuflich“, fügte Gysi hinzu. Da er selbst im Politikbetrieb sei, wisse er, dass das immer rarer werde. Baring erkenne, dass sich in letzter Zeit die Kontroverse aus der Demokratie verflüchtigt. „Er schätzt die Kontroverse und hat keine Berührungsängste mit Menschen, die anders denken als er.“ In der anschließenden Diskussion, in die auch das Publikum einbezogen wurde, ging es um aktuelle Themen wie die Regierungsbildung, die europäische Integration und das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten. Aber auch um Fragen wie den Umgang mit dem Holocaust, die 68er-Generation und die Ära Brandt.

„Kaufen Sie das Buch! Lesen Sie das Buch!“, empfahl Gysi und wünschte den Lesern, dass sie anschließend ein Forum für kontroverse Diskussionen finden. Zahlreiche Gäste befolgten seinen Rat und eilten zum Büchertisch der Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz. Und Arnulf Baring signierte noch lange.

ml

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