
Am Montag, dem 25. November 2013 ist der Schriftsteller Peter Kurzeck den Folgen mehrerer Schlaganfälle erlegen, teilt der Stroemfeld-Verlag mit. Kurzeck, geb. am 10. Juni 1943 im böhmischen Tachau, kam mit Mutter und Schwester im Mai 1946 nach der Vertreibung ins oberhessische Staufenberg.
Schule und Lehre absolvierte er in Staufenberg und Gießen, berufliche Tätigkeit zuletzt als Personalchef bei der US-Army.
1977 erfolgte der Umzug nach Frankfurt am Main, 1979 erschien bei Stroemfeld/Roter Stern sein erster Roman: Der Nußbaum gegenüber vom Laden, in dem du dein Brot kaufst. Kurzeck erlebte die prekäre Situation als freier Schriftsteller, 1982 erschien der Frankfurt-Roman Das schwarze Buch, 1987 die erste Fassung des vielbeachteten Dorfromans Kein Frühling, 1990 der Roman Keiner stirbt.
Seit 1992 arbeitete Peter Kurzeck an seinem großen autobiographischen Romanprojekt Das alte Jahrhundert. Fünf Romane sind davon erschienen, zuletzt 2011 Vorabend, der u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Der Autor hatte das 1000seitige Werk im Frankfurter Literaturhaus öffentlich diktiert: [mehr…]
Einem breiteren Publikum wurde Peter Kurzeck durch seine Erzähl-CD-Box Ein Sommer, der bleibt bekannt, einer mündlichen Form des Erzählens: frei gesprochen, schriftlich nicht fixiert, beschwört Kurzeck das Dorf seiner Kindheit.
Literaturpreise und Stipendien, u.a.:
Kunstpreis der Stadt Cloppenburg (1989)
Alfred-Döblin-Preis (1991)
Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung, Weimar (1995)
Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1999)
Hans-Erich-Nossack-Preis (2000)
Stadtschreiber Bergen-Enkheim (2000/2001)
Poetik-Lehrstuhl, Universität Gießen, Sommer 2002
Preis der Literaturhäuser (2004)
Kranichsteiner Literaturpreis (2004)
Ehrengast der Villa Massimo (2006)
Stipendiat der Hermann-Hesse-Stiftung (2007)
Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis (2007)
„Hörbuch des Jahres“ Preis der Hörbuchbestenliste (2008)
Robert Gernhardt-Förderpreis (2010)
Grimmelshausen-Literaturpreis (2011