Die in Berlin lebende Schriftstellerin Ann Cotten erhält den mit 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis 2014. Die Förderpreise in Höhe von jeweils 7.000 Euro gehen an Dana Ranga und Nellja Veremej.
Ausgezeichnet wird Ann Cotten für ihr bisheriges Gesamtwerk, insbesondere für ihren jüngsten Erzählungsband Der schaudernde Fächer (Suhrkamp 2013). Darin habe sie, so die Jury, „der deutschen Gegenwartssprache auf hochpoetische Weise neue Impulse gegeben.“ Die nicht nur mit der abendländischen, sondern vor allem auch mit der japanischen Kultur vertraute Sprachavantgardistin lege „17 hoch-musikalische Erzählungen vor, die sich souverän zwischen Poesie, Realismus und Abstraktion bewegen und sich dem Alltagsdeutsch unserer Zeit phantasievoll und radikal widersetzen“. Ann Cotten wurde 1982 in Iowa, USA, geboren und wuchs in Wien auf. Seit 2006 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin.
Dana Ranga erhält den Förderpreis für ihren Gedichtband Wasserbuch (Suhrkamp 2011) „Darin unternimmt sie einen poetischen Streifzug durch zauberhaft entrückte und dennoch menschliche Tiefseelandschaften. In rasch wechselnden Perspektiven begegnen sich Fisch und Mensch in einem lyrischen Spiel unendlicher Verwandlungen“, so die Jury. Dana Ranga, 1964 in Bukarest, Rumänien, geboren, kam 1987 nach Deutschland. Sie lebt als freie Schriftstellerin, Übersetzerin und Filmemacherin in Berlin.
Nellja Veremej wird für ihren Roman Berlin liegt im Osten (Jung und Jung 2013) geehrt. In der Jury-Begründung heißt es: „Ihr temporeiches Porträt der deutschen Hauptstadt erzählt auf ungeschönt realistische und zugleich poetisch-melancholische Art vom Fremdsein in der Großstadt, von gescheiterten Träumen und von ungeahnten Glücksmomenten.“ Nellja Veremej wurde 1963 bei Sverdlovsk in Russland geboren. Seit 1994 lebt sie als Altenpflegerin, Russischlehrerin, Journalistin und Literatin in Berlin.
Der Adelbert-von-Chamisso-Preis wird 2014 zum 30. Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 6. März 2014 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz statt. Am 7. März lesen die Preisträgerinnen im Literaturhaus München aus ihren Werken.
Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende Autoren, deren Werk von einem Sprach- oder Kulturwechsel geprägt ist. Die Preisträger verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache.







