
Seit Nikolaustag fragen wir wieder bis zum 6.1. 2014 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Unseren „anderen“ Fragebogen beantwortet heute Jennifer Kroll, Verlagsleiterin von Eden-Books.
1
Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?
Schwierig – es gab eine ganze Menge! Das erste BamS-Cover für einen Eden-Books-Titel? Die erste Simultanübersetzung meines siebenjährigen Sohnes bei der Metrolit-Buchpremiere von „Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen“? Das legendäre Edel-Sommerfest mit Michael Haentjes, Eveline Hall und H.P. Baxxter? Das Minor-League-Baseballspiel der Indianapolis Indians? Die Einschulung meiner Tochter? Das Pariser Konzert von Chokebore, der Band meines Mannes? Definitiv unvergesslich ist der 6. November – da haben wir gemeinsam mit Judith Williams und José Carreras die Buchpremiere von „Stolpersteine ins Glück“ gefeiert. War ein gutes Jahr.
2
Worüber haben Sie sich 2013 am meisten geärgert?
Wie eigentlich immer darüber, dass der Tag nur 24 Stunden hat – es gibt so viel zu tun!
3
Was war 2013 Ihr schönster Erfolg?
Im Frühjahr 2013 sind wir mit Eden Books ja erst gestartet – und haben in diesen ersten Monaten sehr viel erreicht: Unseren ersten SPIEGEL-Bestseller mit Alexa von Heydens „Hinter dem Blau“, unsere Autorin Christiane Hagn auf dem Talkshow-Sofa neben Schauspieler Ralf Moeller, der sie fassungslos beäugt, das waren schon große Momente. Zahlreiche Titel sind in Nachauflage gegangen, und wir bekommen sehr viel Feedback zu unseren Büchern. Das fühlt sich gut an. Und natürlich sind wir stolz wie Bolle auf unsere KollegInnen von Edel Books mit dem ungeheuer erfolgreichen Titel „Anziehungskraft“ von Guido Maria Kretschmer.
4
Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
Für mich persönlich war es sehr schade, dass unser Buch „Ein schädlicher Einfluss“ von Kate Bornstein nicht so viele LeserInnen erreicht hat. Die Autorin ist kurz vor Erscheinen sehr schwer an Krebs erkrankt und konnte ihr Buch daher nicht persönlich auf der geplanten Lesereise vorstellen. Wir bekommen immer wieder begeisterte Lesebriefe zum Buch – wenn man es also entdeckt hat, überzeugt es auf der ganzen Linie.
5
Ihre schönste Buchhandlung in diesem Jahr?
Wir lieben natürlich Frithjof Klepp und seinen Buchladen Ocelot – hier haben wir mit unserer Autorin Eveline Hall eine wunderbare Buchpremiere gefeiert. Meine Kinder verschwinden oft stundenlang in der Buchbox am Helmholtzplatz, da komm ich dann auch mal zum Stöbern.
6
Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
V0n Boris Becker. Darum.
7
Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Alles, was im New Yorker steht: Medikamententests in den USA, Korruption in Afrika, Tanztheater in Russland – ich brauche also eigentlich nur mehr Zeit zum Lesen.
8
Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie nächstes Jahr vermeiden?
Zu oft zu spät ins Bett gehen.
9
Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Morgens zu oft auf den Schlummerknopf des Weckers drücken und dann in unter einer halben Stunde das Haus verlassen – inklusive Kindern.
10
Welches Buch hat Ihnen dieses Jahr besonders viel Freude gemacht?
„Haltet Euer Herz bereit. Eine ostdeutsche Familiengeschichte“ von Maxim Leo hat mich sehr berührt. Meinen Kindern habe ich gerade „Hexen hexen“ von Roald Dahl vorgelesen, den hab ich selbst sehr gemocht, war schön, ihn wieder zu entdecken. Die Kunst- und Kochbücher von Phaidon beeindrucken mich immer aufs Neue.
11
Welches wird Ihr wichtigstes Buch im kommenden Jahr?
Das kann man nicht planen, und mein Herz hängt an allen unseren Titeln.
12
Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Von Margaret Atwood.
13
Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Wann schaut man sich in der Bahn wieder in die Augen statt aufs Telefon?
14
Hier können Sie die auch beantworten:
Ich hoffe, bald.
Gestern beantwortete [Michael Kozinowski unseren Fragebogen [mehr…], morgen antwortet Remco Louwers.]