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Anke Schäfer

Anke Schäfer © Silvia Frey

Die BücherFrauen trauern um Anke Schäfer: Die Buchhändlerin, Verlagskauffrau, Verlegerin, Herausgeberin, BücherFrau des Jahres 1998 und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes verstarb am 19. Dezember im Alter von 74 Jahren. „Das Branchennetzwerk verliert mit ihr eine langjährige BücherFrau der Anfangszeit. Und die deutsche Buchbranche verliert eine Aktivistin, die sich ihr Leben lang für die Sache der Literatur und der Frauen eingesetzt hat“, so Anja Baier, Sprecherin der BücherFrauen e.V.

Geboren wurde Anke Schäfer am 9. August 1938 in Berlin als vierte von fünf Töchtern. Schon in jungen Jahren entdeckte sie ihre Liebe zum Buch. Daraus wurde später ein Beruf und lebenslange Berufung: Nach der Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin arbeitete sie zunächst in der Bertelsmann-Werbung. Nach Auflösung der verlagseigenen Werbeagentur wäre sie gern bei Bertelsmann geblieben, doch alle Tätigkeiten, die sie interessierten, waren zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend „Männersache“. Das Angebot, als Sekretärin zu arbeiten schlug sie aus, wechselte stattdessen in einen anderen Verlag. In den folgenden Jahren war sie dann im Vertrieb, in der Werbung, Redaktion und Anzeigenleitung tätig.

Auf der Frankfurter Buchmesse 1974 knüpfte sie erste Kontakte zur jungen Frauenbewegung. Diese Kontakte bewogen sie 1976 dazu, ihren sicheren Arbeitsplatz aufzugeben und gemeinsam mit anderen Frauen den Frauenbuchladen Sappho zu gründen. Parallel dazu absolvierte sie den Abschluss zur staatlich geprüften Betriebswirtin und begann, Frauen zu Buchhändlerinnen auszubilden. 1978 gründete Anke Schäfer den Frauenbuchversand und den Frauenliteraturvertrieb, um für Autorinnen und kleine feministische Verlage eine Vertriebsmöglichkeit zu schaffen.

1986 rief sie gemeinsam mit Hinrike Gronewold die Zeitschrift Virginia ins Leben, die erste deutschsprachige Publikation für Frauenbuchkritik. Bis heute gibt „Virginia“ einen umfassenden Überblick über feministische Neuerscheinungen und setzt wichtige Zeichen auf dem Buchmarkt. 1990 übernahm Anke Schäfer den Feministischen Buchverlag und baute ihn um zu einem Lesbenbuchverlag. Ihr Anliegen: wichtige historische Lesbenromane neu aufzulegen und vor dem Vergessen zu bewahren. Für ihre Aktivitäten zur Öffnung des Buchmarktes für Frauenliteratur wurde Anke Schäfer schließlich von den BücherFrauen e.V. / Women in Publishing als BücherFrau des Jahres 1998 ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhielt sie für ihr frauen- und lesbenpolitisches Engagement das Bundesverdienstkreuz.

Ihre letzte große Initiative war die Gründung des Vereins SAFIA e.V. (Selbsthilfe alleinlebender Frauen im Alter) im Jahr 1986. Auch damit war sie ihrer Zeit – wie so oft – um Jahre voraus. Von ihrem großen Engagement profitieren unzählige Frauen bis heute.

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