
(c) Mechthild von Lenthe
Seit Nikolaustag fragen wir wieder bis zum 6.1. 2014 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Heute beantwortet Sophie von Lenthe, Inhaberin der Buchhandlung Isartal in Ebenhausen, unseren „anderen“ Fragebogen.
1
Welcher Tag war Ihr schönster im letzen Jahr?
Die Eröffnung meiner zweiten Buchhandlung am 2. November – das war ein großer Tag!
2
Worüber haben Sie sich 2013 am meisten geärgert?
Über die freche Lüge, dass der stationäre Buchhandel binnen kurzem am Tolino teilhaben kann.
3
Was war 2013 Ihr schönster Erfolg?
Der Umstand, dass mir bei der Eröffnung meiner zweiten Buchhandlung nicht ein mittelständischer Filialist zuvorgekommen ist.
4
Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
Fällt mir gerade nicht ein. Womit ich nicht sagen will, dass es keinen gab.
5
Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag im letzen Jahr?
Meine neue Buchhandlung ist für mich zurzeit die schönste im ganzen Land– aber nicht schöner als die erste, beide müssen sich den ersten Platz teilen! Lieblingsverlage gibt es für mich nicht, es gibt nur Lieblingsbücher.
6
Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Wie der stationäre Buchhandel am digitalen Lesen teilhaben könnte, wenn er sich nur ein bisschen mehr anstrengen würde. Und wie toll und benutzerfreundlich EReader wie der PocketBook oder der Sony sind.
7
Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Über kleine inhabergeführte Buchhandlungen, die vieles richtig machen.
8
Welchen Fehler aus dem letzen Jahr möchten Sie dieses Jahr vermeiden?
Den Versuch, meinen Kunden EReader zu verkaufen.
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Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Den Versuch, meinen Kunden EReader zu verkaufen.
10
Welches Buch hat Ihnen im letzen Jahr besonders viel Freude gemacht?
Viele, viele, viele – ein tolles Bücherjahr! T.C. Boyle: San Miguel, Leon de Winter: Ein gutes Herz, ganz toll: John William: Stoner, aber auch Paul Auster: Winterjournal.
11
Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?
Das fragen meine Mitarbeiterinnen und ich uns auch – derzeit ist weit und breit noch nicht viel in Sicht. Vielleicht „Zwölf Leben“ (dtv)? Das ist bisher das einzige wirklich gute Leseexemplar, das ich gelesen habe. Aber das Jahr ist ja noch jung. Trotzdem: Hoffentlich kommt nach dem tollen Herbst nicht ein unterkühltes Frühjahr!
12
Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Von Hejo Emons, dessen Slogan „Weltweit regional“ ich genial finde.
13
Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Glauben Sie, dass in zehn Jahren noch auf Papier gelesen wird?
14
Hier können Sie die auch beantworten:
Ja, natürlich! Digitales Lesen ist doch so praktisch wie freudlos. Solange die Ladenpreisbindung auch für Ebooks gilt, so lange werden beide Formate gut nebeneinander existieren können. Und wenn die Ladenpreisbindung fällt … Darüber möchte ich lieber nicht nachdenken.
Gestern beantwortete Johannes Jacob unseren Fragebogen [mehr…], morgen antwortet Doris Janhsen.