
Im Mittelpunkt der fünften Runde von Frankfurt liest ein Buch steht in diesem Jahr das BuchDie Vollidioten, Ein historischer Roman aus dem Jahr 1972, so der Untertitel des Werkes von Eckhard Henscheid. Heute Vormittag wurde das Programm des Lesefestes vorgestellt.
Der erstmals im A4-Format vorliegend Flyer listet in der Zeit vom 30. März bis zum 13. April 2014 über 70 Veranstaltungen an mehr als 60 Orten mit 55 Kooperationspartnern auf. Der Autor wird bei 20 Events mit dabei sein.
„Mit Frankfurt liest ein Buch wollen wir Bücher ins Gedächtnis der Menschen zurückholen“, sagt Verleger Klaus Schöffling, dessen Editionshaus soeben die Neuauflage des Romans herausgegeben hat. 1973 erschien die Erstausgabe als Privatdruck, später als Sonderausgabe von Zweitausendeins und erster Teil der Trilogie des laufenden Schwachsinns, damals in einer Auflage von 200.000 Exemplaren. Die beiden Bände Geht in Ordnung, sowieso, genau und Die Mätresse des Bischofs gehören zu dieser Trilogie.
Die nun als Einzelband vorliegende Ausgabe enthält Zeichnungen von F. K. Waechter, wie Henscheid zur Neuen Frankfurter Schule gehörend. Beide kannten sich bereits von der seit 1962 herausgegebenen Zeitschrift Pardon. 1979 zählen Henscheid und Waechter mit Robert Gernhardt, Peter Knorr, Hans Traxler und Chlodwig Poth zu den Gründern des Satiremagazins Titanic.
Klaus Schöffling, zugleich Vorsitzender des 2010 gegründeten Vereins Frankfurt liest ein Buch, verwies auf städtische Sparmaßnahmen, die auch das Lesefest betreffen: Die Stadt unterstützt die Aktion nur noch mit 20.000 Euro, das sind 10.000 Euro weniger als im Vorjahr. Dank neuer Sponsoren, nämlich der Stadt Eschborn und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, konnte der Engpass jedoch mehr als ausgeglichen werden.
Organisator Lothar Ruske schickte der Präsentation der diversen Veranstaltungen voran: „Die Partner hatten eine Vielzahl von Ideen.“
Neu ist beispielsweise, dass Lesungen an öffentlichen Bücherschränken stattfinden.
Die 1970er Jahre, Handlungszeit des Romans, spielen in zwei Ausstellungen und in zwei Filmen eine Rolle, die das Lese-, Vortrags- und Diskussionsprogramm sowie die literarischen Spaziergänge vervollständigen.
Leider hielten sich die Schulen trotz frühzeitiger Anfrage eher zurück: Nur zwei Bildungseinrichtungen beteiligen sich am Programm.
Dafür kann sich die Liste der Partnerbuchhandlungen sehen lassen; 55 Buchhandlungen aus Frankfurt, Hofheim/Taunus, Bad Nauheim, Friedberg, Butzbach, Oberursel, Bad Soden, Bad Homburg, Wetzlar, Wiesbaden, Niedernhausen, Hanau, Offenbach, Königstein/Taunus, Rüsselsheim, Idstein/Taunus, Neu-Isenburg, Königstein/Taunus und Mühlheim sind in diesem Jahr dabei.
Das Frankfurt liest ein Buch über die Landesgrenzen hinaus wirken kann, bewies Silvia Tennenbaums Roman Straßen von gestern, der 2012 im Fokus des Lesefestes stand. Unter dem Titel De Wertheims gelangte er 2013 auf die niederländischen Bestsellerlisten und wurde von Buchhändlern des Nachbarlandes im Fernsehen besprochen.
JF