
Ljubić, Mely Kiyak (v.l.)
Ein ehrgeiziges Projekt: Europa – Traum und Wirklichkeit lautet das Motto eines Symposiums am 8. und 9. Mai, zu dem im Vorfeld der Europawahl über 30 Schriftsteller aus 20 Ländern in Berlin erwartet werden. Mit dabei sind u. a. John Burnside, Carolin Emcke, Maja Haderlap, Michail Schischkin und Janne Teller.
Die Idee geht auf Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier zurück, der das Treffen zusammen mit den Autoren Antje Rávic Strubel, Mely Kiyak, Nicol Ljubić und Tilman Spengler initiierte. Zwei Tage lang wollen die europäischen Schriftsteller erkunden, „ob Literatur ein Europa schaffen kann, wer oder was Europa überhaupt ist und ob der Kontinent noch als Sehnsuchtsort in einer stürmischen Welt taugt.“
Am ersten Tag werden die Autoren bei einer öffentlichen Europäischen Schriftsteller-konferenz in der Alfred Herrhausen Gesellschaft über ihre Visionen des Kontinents diskutieren und die sprachliche und literarische Vielfalt Europas erklingen lassen. Abends steht im Deutschen Theater eine Lange Nacht der Europäischen Literatur auf dem Programm. Dabei werden sich nicht nur Autoren aus EU-Mitgliedstaaten begegnen, sondern auch aus Serbien, Bosnien, Mazedonien, der Republik Moldau und aus Albanien. Träger und Veranstalter ist die Kultur- und Konzeptagentur Graf & Frey GmbH.
Die Europäische Schriftstellerkonferenz nimmt Bezug auf eine ähnliche Tagung, die vor 26 Jahren, im Mai 1988, in West-Berlin danach fragte, wie die Teilung überwunden und die Utopie des Europäischen Hauses Realität werden könnte. Einige, die damals dabei waren, werden auch diesmal zu Gast sein, beispielsweise Peter Schneider aus Deutschland und Ágnes Heller und György Dalos aus Ungarn.
„Wir wollten nicht nur Geschichten aus London oder Paris hören, sondern auch von dort, wo es schwierig ist, wie in Ungarn oder Griechenland. Eigentlich ist das, was wir vorhaben, keine Konferenz, sondern eher so etwas wie ein permanentes Gespräch unter erzählenden Autoren, das nie zu enden scheint“, sagt Tilman Spengler.
Am zweiten Tag des Symposiums, der von der Alfred Herrhausen Gesellschaft gestaltet und verantwortet wird, werden die Schriftsteller ihre Ideen mit Philosophen, Politikern und Ökonomen aus aller Welt weiter entwickeln. Neben Teilnehmern der Europäischen Schriftstellerkonferenz werden unter anderem auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der Schriftsteller Liao Yiwu und der Architekt Rem Koolhaas erwartet.
Die Europäische Schriftstellerkonferenz und die Lange Nacht der Europäischen Literatur werden gefördert von der Alfred Herrhausen Gesellschaft, der Stiftung Mercator, dem Deutschen Theater Berlin, der Allianz Kulturstiftung, der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa, der BMW Stiftung Herbert Quandt und der Bundeszentrale für politische Bildung.
Mehr Informationen unter: www.europatraumundwirklichkeit.eu