
Gestern wurden im Foyer des Museums Angewandte Kunst in Frankfurt die zehn besten Plakate zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse der Öffentlichkeit präsentiert.
Den ersten Platz belegte Swetlana Mijic mit Rentier, auf Platz zwei kam Mathias Bär mit Stille Wasser, auf den dritten Platz Karin Rekowski mit Spiegelbild, alle drei studieren an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG).
Insgesamt hatten beim neunten Buchmesse-Plakat-Wettbewerb für junge Gestalter Studenten der vier Hochschulen RheinMain Wiesbaden, Darmstadt, HfG Offenbach und der FH Mainz etwa 80 Entwürfe eingereicht, die alle ein Willkommensgruß für den Ehrengast sind, der sich unter dem Motto Finnland. Cool vorstellt.
Das Briefing für den Wettbewerb fand im März 2014 statt. Martin Hegel, Leiter Kommunikationsdesign im Museum Angewandte Kunst und Jurymitglied, erläuterte, dass es nach Einsendung der Entwürfe ein zweistufiges Auswahlverfahren gegeben habe. Er würdigte das Plakat Rentier als „klare Darstellung, die wie urbanes Graffiti oder eine Höhlenmalerei daherkommt und ohne Text verständlich ist“.
Der zweite Platz, Stille Wasser, sei laut in der Farbe, leise im Inhalt und sehr modern.
Im Plakat Spiegelbild werde respektlos mit Fotografie umgegangen, der Inhalt verlange Beschäftigung und ermögliche Begegnungen.
„Wir fanden alle drei Entwürfe cool, dazu gehen die Gestalter noch einen halben Schritt weiter als ihre Mitbewerber“, sagte Hegel. „Goethe in der Sauna zu zeigen, wäre zu banal gewesen“, spielte Hegel auf die Verbindung zwischen Frankfurt und Finnland an.
Der Jury gehörten neben Martin Hegel Karina Goldberg, Frankfurter Buchmesse, Aino Kelle, Kulturamt Frankfurt, Kirsti Pärssinen, Organisations-Komitee des Ehrengastes, und Michael Eibes, Deutscher Designer Club, an.
„Ich wollte etwas Einfaches zeigen, das jeder versteht“, erklärte Swetlana Mijic, die sich über 1.500 Euro Preisgeld freuen kann. Einfach und fast wie ein Icon lesbar ist das stilisierteRentier nur auf den ersten Blick, in ihm steckt mehr: Man kann den Frankfurter Messeturm erkennen und aufgeschlagene Bücher. Die Enden des Rentiergeweihs sind unterschiedlich gezeichnet, diese Asymmetrie durchbricht die sonst symmetrische Zeichnung.
„In meinem Entwurf beziehe ich mich auf das Land mit seinen fast 190.000 Seen“, erläuterte Mathias Bär.
Im tiefen Blau versteckt sich der Text „Stille Wasser“, der allerdings nicht unbedingt zum Verständnis notwendig ist. Der zweite Platz ist mit 1.000 Euro dotiert, der dritte mit 500 Euro.
Die drei Siegerentwürfe werden ab September in Frankfurter plakatiert, die zehn besten Vorschläge werden als Postkarten gedruckt. „Diese Postkarten sind gefragt, wir bekommen heute noch Anfragen zu Motiven vergangener Jahre“, berichtete Simone Bühler, Leiterin des Ehrengast-Programms.
„Im nächsten Jahr, zum zehnten Jubiläum des Plakat-Wettbewerbs, werden wir Hochschulen für Gestaltung aus ganz Deutschland einbeziehen“, verriet Bühler.
Die zehn besten Plakate sind bis zum 13. Juli im Museum Angewandte Kunst zu sehen.
JF