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Junge Architekten aus Finnland stellen sich vor

Modell Universitätsbibliothek Helsinki

Heute Abend wird die Ausstellung Suomi Seven im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt eröffnet. Gemeinsam mit dem Museum of Finnish Architecture Helsinki und dem Architecture Information Centre Finland, ebenfalls in Helsinki, präsentieren junge Architekten aus dem Ehrengastland der diesjährigen Buchmesse ihre Arbeiten.

Sieben Büros zeigen dabei ganz unterschiedliche Projekte, die vom expressiven Konzerthaus über eine behutsam gestaltete Trauerkapelle bis hin zu innovativen Schulen und der Universitätsbibliothek Helsinki mit ihrem markanten Eingang reichen.

„Zusammen mit Juulia Kauste, Direktorin des Museum of Finnish Architecture, habe ich gute junge Architekturbüros gesucht, die tatsächlich Erstaunliches und Größeres unter ihrem eigenen Namen realisiert haben und unter 40 Jahre alt sind – was es bei uns in Deutschland leider kaum mehr gibt“, erklärt Peter Cachola Schmal, Direktor des DAM.

So gewannen beispielsweise Anttinen Oiva Architects 2008 den Wettbewerb für einen Neubau der geisteswissenschaftlichen Bibliotheken der Universität Helsinki im Zentrum der Hauptstadt. Das Kaisa-Haus ist nun die größte akademische Einrichtung ihrer Art in Finnland. Während die dunkelbraun verklinkerte Fassade mit vielen Fenstern und Paneelen die Blicke auf sich zieht, sind die Innenräume weiß gehalten. Oberlichter setzen besondere Akzente und erleichtern die Orientierung im Gebäude.
Im Erdgeschoss befinden sich ein Supermarkt, ein Laden und ein „Buch-Café“. Die Bibliothek steht allen offen, Gäste müssen noch nicht einmal ihre Taschen am Eingang abgeben.

Christophe Pourtois, belgischer Architekt und Mitglied der Jury zur Vorbereitung der Ausstellung, erläutert: „Finnland besitzt keine antiken Bauten als Zeugnisse einer uralten Bautradition … Ein Staat, der sich noch vor Anerkennung seiner Unabhängigkeit durch eine eigene, spezifische Architektur definiert hat und in dem der Anspruch und ein Gefühl existieren, dass die Architektur als Kriterium der nationalen Identifikation diente.“ Die Fülle der Ressource Holz habe eine bestimmte Bauweise bewirkt, die jungen Architekten beherrschten heute moderne Verbindungstechniken und loteten die konstruktiven Möglichkeiten des Naturmaterials aus.

Sowohl großformatige Fotos mit Erläuterungen als auch verschiedene Modelle geben einen Einblick in die finnische Architektur der Gegenwart und vermitteln Einsichten in die Denkweise junger Kreativer.

Die Ausstellung im dritten Obergeschoss des DAM ist bis zum 18. Januar 2015 zu sehen.

JF

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