Wer keinen Platz am Bauzaun rund um die alte Kommandantur ergattern konnte, der hätte gestern Abend dem Auflauf der Stars auf dem roten Teppich zur Berliner Repräsentanz „Unter den Linden 1“ auch im Internet per Livestream folgen können. Aber noch schöner war es natürlich, wenn man zu den 600 geladenen Gästen der jährlichen Bertelsmann Party gehörte und wieder einmal mit in die Welt großer Fernseh-, Musik-, Buch- und Zeitschriftenproduktionen eintauchen konnte.
Das jährliche Fest ist sichtlich fest im Jahreskalender verankert nicht nur bei den Führungskräften des Konzern, sondern auch bei vielen prominenten Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft (gesichtet haben wir im Gewühl nicht nur Veronica Ferres und Günter Jauch, auch den scheidenden Berliner OB Klaus Wowereit, sondern im Blitzlichtgewitter auch wieder Dr. Florian Langenscheidt und seine hochgewachsene Frau Miriam, die Werbeikone Verona Pooth, die Musikerlegende Peter Maffay, den Ex-Boxer Axel Schulz oder den Body-Builder Schauspieler Ralph Möller und Autoren wie Thilo Sarrazin oder Guido Knopp). Nicht getroffen haben wir Lübbe-GF Klaus Kluge, der im Obergeschoss mit Christiane Munsberg („Das Blaue Sofa“) von anderen gesichtet worden sein soll – dafür aber lange mit Wolfgang Herles geredet, der voller TV-Ideen für die Zeit steckt, wenn er in einem Jahr aus Altersgründen die Sendung aufgeben muss. (Würde sich lohnen, ihn danach zu fragen).

Getroffen haben wir aber andere Freunde und Kollegen aus der Branche: Siggi Hölker (Spiegelburg/Coppenrath) war diesmal ohne ihren Mann Wolfgang, aber dafür mit ihrer in Berlin lebenden Tochter Lilli da – wie auch eine kleine Random House-Abordnung aus München in Form von Claudia Reitter und ihrer Kommunikationschefin Claudia Limmer und Goldmann Verleger Georg Reuchlein.
Und natürlich Penguin Random House-Chef Markus Dohle („auch nach fast sieben Jahren jetzt in New York und geschätzt 100 Atlantik-Flügen“ macht ihm seine große Aufgabe sichtlich noch Spaß) genoss es, Freunde und Kollegen aus der Branche wieder zu treffen – darunter war Stephan Schiercke, sein Nachfolger als VVA-Chef, der sich intensiv mit Libri GF H.P. Kübler (auch) über Logistik – Themen unterhielt. Der war sichtlich euphorisiert, da das Genilalokal.de-Konzept mit der eBuch eG [mehr…] ebenso gut im Plan liegt wie andere Projekte, über die man bei Libri offiziell erst zur Buchmesse sprechen will (und darf) – (fast) alle wissen es, reden aber nicht drüber, weil sie alle eine Vertraulichkeitserklärung haben unterschreiben müssen.
Am Nebentisch musste Dr. Oetker – Verlegerin Annelore Strullkötter dem Thalia-Chef Michael Busch und Buchpartner-Geschäftsführer Kai Gellert schonend beibringen, dass es in diesem Jahr am Oetker-Stand keine Bewirtung mehr geben wird – der Verlag hat ganz auf den großen Stand in Halle 3, dort seit Jahren ein markanter Blickfang, verzichtet – (ihre Freundin Anita Offel-Grohmann vom Bertelsmann Club wusste das natürlich schon).
Dass Oetker diesmal auf der Messe fehlt, löste am Tisch Trauer aus – und Befremden darüber, dass die Buchmesse diese Entscheidung sang- und klanglos hingenommen habe. Man hätte das mit Messechef Juergen Boos gleich noch besprechen können, der war mit Börsenvereins- GF Alexander Skipis (immer noch der Beweis dafür, dass „einzig der abendliche Verzicht auf Kohlehydrate zur Traumfigur führt“) und MVB-GF Ronald Schild (sichtlich gelöst, weil Libreka „nicht mehr das große Problem-Thema ist“) auch angereist. Angereist waren auch Carlsen-GF Joachim Kaufmann – ihm hat sein „Vaterschaftsurlaub“ ebenso sichtlich gutgetan wie Hartmut Jädicke sein geplanter Rückzug als Bonnier-Chef – selten haben wir ihn so entspannt gesehen.
Bester Dinge war auch Suhrkamp – Geschäftsführer Dr. Thomas Sparr (neben Lutz Seilers Kruso („Sie müssen unbedingt wieder mal nach Hiddensee, wir machen dort am 16. eine Buchpremiere“) auch mit Gertrud Leutenegger auf der Shortlist.
Sein HoCa-Kollege Daniel Kampa hatte am Vorabend einen sichtlich „erfolgreichen“ und tollen Loriot-Abend rund um dessen noch nie in Buchform veröffentlichte Briefe an die QUICK veranstaltet [mehr…] und war mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Markus Klose in Berlin geblieben. Zu dritt wurde über den guten Start der Agatha Christie-Neuausgabe bei Atlantik gefachsimpelt, die gerade ausgeliefert wurde – ich konnte mitreden, hatte auf dem Flug nach Berlin mit Vergnügen ihren späten Miss Marple-Roman Karibische Affäre gelesen, den mir HoCa-Eigner Thomas Ganske kürzlich in die Hand gedrückt hatte. Dabei hatt er mir übrigens erzählte, er habe das Turmzimmer im Verlag seinem Autor Ulrich Wickert als Rückzugsort zum Schreiben eines neuen Kriminalromans zur Verfügung gestellt. Heute vor dem Rückflug habe ich in der BZ gelesen, „Mr. Tagesschau“ sei auch dagewesen – jetzt weiß ich, wen Markus Dohle meinte, als er sagte „Ich muss jetzt Julia suchen“ – Gruner & Jahr-Chefin Julia Jäkel war dann sicher mit ihrem Mann auch beim Fest gewesen – beide habe ich verpasst, schade, ich hätte beiden private Grüße nach HH auftragen können.
Christian von Zittwitz